Denn der Duft der haute cuisine umweht ihn. Im berühmten Kurhaus von Baden-Baden. Ohne Fleiß kein Preis, ohne handwerkliche Basis keine Krönung. Er muss seine Leidenschaft für die französische Küche vertiefen und bewirbt sich bei Alain Chapel in Frankreich. Unerwartet, noch vor dem Vorstellungsgespräch verstirbt der Meister. Ein Schock. Wundersam bietet sich da die Bundeswehr als Auszeit an. Er leistet sie statt im Offizierskasino in der Feldartillerie ab, trotz streng geregeltem Kasernendienst und endlich wiederbelebtem Sport kommt er zum Nachdenken über seine berufliche Zukunft. Er entscheidet sich weiter am Herd zu stehen, die Begeisterung fürs Kochen überwiegt. Er zieht nach Bayern und arbeitet als Commis im Königshof in München. Stetig sein Aufstieg, die Großmeister seiner Zunft ziehen ihn in den Bann. Im Aubergine bei Witzigmann als Saucier, bei Otto Koch im Le Gourmet. Ehrgeizig und voller Wissbegier saugt Fell Erfahrung und Tricks der berühmten cuisiniers auf, ihre Genialität und handwerkliche Perfektion, ihre Hochachtung vor natürlichen Grundprodukten und vor allem Otto Kochs souveräne Menschlichkeit beeindrucken und prägen ihn.
Sein ganz persönlicher Weg kann beginnen. Er führt ihn 1988 an den Tegernsee, und dieser lässt ihn offensichtlich nicht mehr los. Trotz wirtschaftlicher Nackenschläge gibt er nicht auf, alle Gäste sind begeistert von seiner Kunst, ein Michelinstern erstrahlt, Ehrenpreise, Punkte, Kochlöffel rühmen seine Kreativität. Als ihm das ehemalige Bischoff am See, völlig umgestaltet mit neuem Konzept, angeboten wird, greift er zu und wird zum Hausherrn über ein mediterran inspiriertes Hotel. Eine Villa, nach italienischem Vorbild steht Pate, mit 12 elegant eingerichteten Zimmern, z. T. mit integrierter Sauna und Whirlpool, einem großzügig geschmackvollen Sternelokal, der Brasserie mit regionalen Schmankerl (sein Tegernseer Schnitzel ein Renner), Pianobar, Seepavillon am hauseigenen Steg. Last not least gebietet er als Kapitän über die fest angedockte wunderschöne MS Bad Wiessee, Bühne für Feiern und Events. Ein vielseitig einsetzbarer Tagungsraum lässt erahnen, dass Gäste das Schöne mit dem Beruf genüsslich verbinden. Der Wellnessbereich rekrutiert sich in erfrischender Weise aus Gebirge, Wald und See. Ein Smaragd im Tegernseer Tal, eines der saubersten Gewässer Bayerns, die Ufer fast vollständig öffentlich zugänglich trotz der wohlhabenden Anwesen. Gemäßigte Ausflüge im Waldgebiet, Wanderungen in die blauen Berge hinein lassen Seele und Körper im Einklang sein. Nach den Sternstunden für den Gaumen.