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Verfasst am: 25. 04. 09 [16:22]
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morchel
Themenersteller
Dabei seit: 16.11.2007
Beiträge: 0
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Hallo zusammen,
sicher haben Sie schon die ein oder andere nette Anekdote in Sternerestaurants erlebt. Wollen wir sie hier sammeln?
Ich fang natürlich an
In einem oberpfälzer Sternerestaurant unseres Herzens wurde das Dessert als "Inspirationen des Küchenchefs" angekündigt. Leider ließen die ein wenig auf sich warten. Morchel - von Natur aus ungeduldig - wurde langsam ein wenig zappelig. Der von uns hochgeschätzte Maître de Service bemerkte den klitzekleinen Unmut in meinem Gesicht und fragte sofort, was denn sei.
Ich setzte mein versnobtestes Gesicht auf und sagte in gewähltem Ton: "Ich harre der Inspirationen des Herrn Küchenchefs." Der Maître de Service betrachtete mich eine Sekunde lang sinnend und antwortete in bester Menschenkenntnis: "Will sagen: Mach hinne und hol das Zeuch."
Wir konnten vor lauter Lachen dann die Inspirationen gar nicht mehr richtig genießen. Wir sind ihm für den Spruch heute noch dankbar.
Gibt es mehr? Ich bin gespannt.
Herzlich,
Morchel
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Verfasst am: 25. 04. 09 [17:41]
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bsteinmann
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 288
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In einem Restaurant im Schwarzwald war an meinem Nachbartisch ein relativ junges Paar in die Speisekarte vertieft. Die Diskussion ging um die alles entscheidende Frage: Kalbsbries, essen oder tauschen.
Nachdem die Frage nicht abschließend selbst beantwortet werden konnte, wurde der Restaurantleiter um Rat gebeten.
"Kalbsbries, ist davon viel auf dem Teller?"
Die Antwort lautete: "Wenn es Ihnen schmeckt, ist es wenig....".
R.
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Verfasst am: 25. 04. 09 [19:09]
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knurrhahn
Dabei seit: 05.12.2006
Beiträge: 302
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sehr schöne anekdote,könnte vom maitre fischer sein.
sehr zum schmunzeln.
kg knurrhahn
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Verfasst am: 26. 04. 09 [00:05]
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ifs2008
Dabei seit: 17.04.2007
Beiträge: 659
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Sehr schön in einem spanischen Dreisterner: man bestellt ein 10-gängiges Überraschungsmenü, es werden vier unterirdische Gänge serviert, davon einer nicht essbar. Wir reklamieren durchaus mit Nachdruck. Darauf der Ober: "Dann kochen wir eben was anderes" Gut, man fängt dann eben die restlichen Gänge nochmal von vorne an zu konzipieren und zu kochen...
Auch erinnerungswürdig in einem deutschen Zweisterner: eine durchaus zwielichtige Gestalt geht mit seiner Entourage essen, bestellt erst Champagner, dann nur Cola (!), ändert die Menüfolge etwas ab und bestllt die Taube mit den Worten "das Täubchen schön durch, sonst gibt es Ärger". nach einer Weile zur Servicekraft. "Sie gehen auch zum Lachen in den Keller - jetzt mal ne Flasche champagner in die Küche, damit Stimmung aufkommt". Was ein Unterhaltungswert...
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Verfasst am: 26. 04. 09 [11:42]
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andrecis
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 224
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... in einem "stylish-schickem" Sterne-Restaurant (mit Hotel) die Frage von der sehr jungen Mdme Maître zum Dessert:
... können wir Sie denn noch mit einem Digestiv verführen...
musste leider mit Verweis auf die "Fahrerrei" verneint werden
gewissermaßen im Affekt "laut gedacht" von Mdme:
... hach, was muss ich blos tun um Sie (...bei uns - im Hotel...) ins Bett zu kriegen... ... 2 Sekunden Schweigen - Ihr Kopf wird glühend rot
... ich habe natürlich verstanden und "entschärfe" die Situation
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.2009 um 11:43.]
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Verfasst am: 26. 04. 09 [20:49]
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EssenUndTrinken
Dabei seit: 10.12.2006
Beiträge: 113
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In einem *-Restaurant 2006 in Berlin:
Das Menü ist geordert. Der erste Gang ist einfach genial. Ich bitte den erfahrenen Restaurantleiter beim Abservieren begeistert um Anreicherung des Menüs um einen weiteren, vergleichbaren Gang nach Wahl des Küchenchefs.
Einige Zeit später wird der Auszubildende an meinen Tisch geschickt. Mit einer Mischung aus Selbstbewußtsein und Verlegenheit sagt er: "Die Küche ist der Meinung, dass Sie auch so satt werden."
EuT
(Drei Jahre habe ich mit der nächsten Reservierung gezögert.)
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Verfasst am: 26. 04. 09 [22:02]
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soriso
Dabei seit: 16.12.2008
Beiträge: 62
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Ein* Restaurant in Baiersbronn. Bei Wohlfahrt/Lumpp leider kurzfristig nix buchbar.
Negativhöhepunkt des Menues (war auch sonst nix) eine Hummer - Kreation. Pappig/ riesige Scheere - strohig.
Da haben wir nach 2 winzigen Happen die Nahrungsaufnahme verweigert.
Bei der kommentarlosen Abräumung dieser Zumutung fragte ich den Maitre, warum es ihn nicht interessiert, dass wir quasi von diesem Gang nichts gegessen haben.
Antwort: Bei uns ist eigentlich immer alles gut.
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Verfasst am: 30. 04. 09 [02:57]
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sphérico
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 481
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Letztes Silvester, ein Restaurant in einem Schlößchen in Hattenheim-Eltville.
Jeder Gang recht lieblos und v.a. unkommentiert auf dem Tisch mehr abgestellt als serviert. Wir versuchtn, etwas Kommunikation in das Gast-Service-Verhältnis zu bringen und fragten, was denn das nun für eine Suppe sei. Antwort : "Ich weiß nicht, auf jeden Fall eine Schaumsuppe." Später beim Fischgang: "Ich glaube Wolfsbarsch, so sieht der aus, wenn ihn meine Mutter macht". Sellerie- wurde zu Kartoffelpürree usw. usf. In dem Stil verlief der gesamte Abend. Im Nachhinein dem Maitre eine mail geschickt, Antwort war in etwa "eigentlich ist unser Service besser, kommen Sie doch andermal wieder".
Um es mit Müllerin zu sagen: Service grauenvoll, Essen gut, Tränen gelacht.
Irgendwo zwischen und
P.S. nein wir kommen nicht so dringend wieder und feiern nächstes Sylvester lieber in Geisenheim...
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.04.2009 um 03:00.]
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Verfasst am: 30. 04. 09 [11:27]
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Garnelchen
Dabei seit: 13.11.2007
Beiträge: 246
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Es war einmal...vor vielen, vielen Jahren in der Wiesbadener "Ente". Mein Mann und ich waren damals "sternemäßig" schon gut unterwegs, aber noch keine richtige "Weinnasen" - insbesondere, was die "Roten" angeht. Wir bestellten also das Menü und schließlich beim Fleischgang angekommen, war uns dann doch nach einem Glas Rotwein. Wir wählten einen Burgunder aus der "überbordenden" Weinkarte aus, was der Sommelier sehr zurückhaltend aufnahm und uns dann - mit der Begründung einer besseren Harmonie zum folgenden Gang - einen Bordeaux empfahl. Wir erklärten, dass dies nicht unsere Geschmacksrichtung sei, und orderten letztendlich den bereits ausgeguckten Burgunder... Ein Weilchen später kam dann der Sommelier wieder an unseren Tisch und fragte, wie uns der Wein geschmeckt habe. Wir äußerten uns zufrieden, redeten von "stimmig" zum Fleisch etc., woraufhin er sich ein wenig zu uns hinunterbeugte und augenzwickend meinte: "Sie haben soeben einen Bordeaux getrunken!" Klar, dass wir dann noch sehr angeregt weiterplauderten.
Man sieht: Manchmal muss man einfach überredet oder - wenn das wie unserem Fall nicht funktioniert - überrumpelt werden! Wer weiß, wie lange wir sonst noch gebraucht hätten, um uns den Bordeauxweinen zu nähern? Zu unserer Ehrenrettung muss ich noch anmerken, dass der Bordeaux (es war ein Margaux) in einem Burgunderglas ausgeschenkt war. Vielleicht wären wir sonst wenigstens stutzig geworden!?
Der Sommelier war übrigens Ralf Frenzel!
Noch immer gern an diese "Verführung" denkend, Garnelchen
P.S. Übrigens der Kommentar von Ralf Frenzel lautete:" Einmal ist jeder reif für einen Bordeaux!"
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.04.2009 um 11:50.]
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Verfasst am: 30. 04. 09 [15:04]
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brigante
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 856
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Vor vielen jahren in einem einst bekannten frankfurter *-restaurant, das bei unserem besuch schon auf dem absteigenden ast war und das es mittlerweile schon seit jahren nicht mehr gibt:
Das essen war mäßig, ebenso der service. Und das brot war so trocken, das man gar nicht anders konnte, als zu reklamieren.
Einer meiner mit-esser: "Entschuldigen Sie, aber das Baguette ist ganz schön hart"
Maitre (zugleich der Co-Inhaber): "Ich weiss". Sagts und geht weg...
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