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Alain Ducasse au Plaza Athenee

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Verfasst am: 02. 02. 09 [14:12]
felixhirsch
Themenersteller
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 83
Wenn jemand in Paris Perfektion in Reinform sucht dann ist er in der Avenue Montaigne richtig. Das Plaza ist wahrscheinlich der geeignete Rahmen fuer ein Grand Restaurant, welches einen Aufwand betreibt, der sonst (fast) nirgendwo mehr zu finden ist.
Das faengt an beim Dekor, der von Patrick Jouin designte Raum ist eine Perfekte Harmonie von frueher und heute. Die drei Swarovski Luester sind so eindrucksvoll wie die Stuehle, die nur fuer dieses eine Restaurant gemacht werden.
Wenn man dann einmal sitzt, kommt der in Ducasse Restaurants typische Champagnerwagen und bietet eine schoene Auswahl an. Nach der Lektuere der kurzen Karte hat man die Quahl der Wahl. Ich habe dem ueberaus freundlichen Herr Courtiade einfach gesagt, das Christophe Moret mir was zusammenstellen soll, da ich mich wirklich nicht entscheiden kann!

Das Essen ist vom Anfang bis zum Ende eine Lehrstunde. Man bekommt Produkte von einer solchen Qualitaet, dass man sich fragt, ob man jemals gegessen hat? Diese sind dann in technisch meisterlicher Art und Weise zubereitet.
Wenn es ein paar Gerichte gibt, die einen schlichtweg umhauen, dann folgende: Steinbutt en Matelotte, St. Jacques a la Grenobloise, Bresse Poularde mit Albufera Sauce und Alba Trueffel, Foie Gras Ravioli mit Entenconsomme, die Desserts und Petit Fours.
Wer mehr sehen und lesen will:
www.felixhirsch.wordpress.com
Verfasst am: 12. 07. 09 [13:22]
felixhirsch
Themenersteller
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 83
Hatte letzte WOche das Vergnuegen wieder mal hier zu speisen. Mein lieber Junge, besser geht's wohl nicht mehr. Das ganze Menu war auf einem sehr, sehr, hohen Niveau. Die einzigen Restaurants, die eine solche Leistung momentan zustande bringen sind meiner Meinung nach dieses hier, das Louis XV und CHristian Bau, dem selbst in Deutschland viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Abgesehen vom Essen war der Service, Kader und die Weine auf der gleichen Linie, was die paar Stunden, die man hier verbringt zu einem wahren Erlebnis macht.

Jedem der in Paris ist, und etwas sucht, das die Preise wert ist, der ist hier auf jeden Fall richtig.

http://felixhirsch.wordpress.com/2009/07/12/alain-ducasse-au-plaza-athenee-iii-paris/
Verfasst am: 12. 07. 09 [20:06]
merlan
Dabei seit: 28.08.2007
Beiträge: 448
felixhirsch schrieb:

Die einzigen Restaurants, die eine solche Leistung momentan zustande bringen sind meiner Meinung nach dieses hier, das Louis XV und CHristian Bau, dem selbst in Deutschland viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Ich weiß nicht, ob Christian Bau sich ob dieser Aussage wirklich geschmeichelt fühlt, aber Ihre Relativaussage ist schon erläuterungsbedürftig!

Beste Grüße, Merlan
Verfasst am: 12. 07. 09 [23:11]
felixhirsch
Themenersteller
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 83
Das kann schon sein, was ich damit sagen wollt ist allerdings genau das. Wenn ich an die beiden Essen die ich im Louis XV hatte, die 3 bei Moret in Paris und das letzte, welches ich in Nennig hatte denke, dann sind das die einzigen, die auf einem konstanten NIveau einen Gang nach dem anderen serviert haben, an denen nicht das geringste auszusetzten war. Das ist nach meiner bisherigen Erfahrung nicht sehr oft der Fall.

In Punkto Produktqualitaet haben das Louis XV und ADPA die Nase vielleicht noch ein wenig vorn, was meiner Meinung nach durch die jeweilige Lage bedingt ist. Das eine Restaurant liegt an der Riviera, wo ich mit die besten Produkte, die ich bis jetzt gesehen habe gefunden habe, das andere direkt bei Rungis, wo es ja bekannterweise genug geniales gibt.


Verfasst am: 13. 07. 09 [08:30]
merlan
Dabei seit: 28.08.2007
Beiträge: 448
@felixhirsch
Sie haben mich nicht verstanden! Die Leistungen von Christian Bau sind doch über jeden Zweifel erhaben! Mir ging es um eine Erläuterung Ihres Relativsatzes ("... dem selbst in Deutschland viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird."). Wie meinen Sie das? Woran machen Sie das fest? Beweisen Michelin, GM, Ranglisten und nicht zuletzt dieses Forum nicht genau das Gegenteil Ihrer Aussage?

Beste Grüße, Merlan
Verfasst am: 13. 07. 09 [09:28]
felixhirsch
Themenersteller
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 83
Ok, na ja, wenn man so im Fernsehen, einigen Magazinen und Zeitungen schaut, faellt immer noch der Name Wohlfahrt's als Nummer eins. Da kommt keiner der beiden, die ich als die besten ansehe (Wissler und Bau) durch.

Der GM hat auch ne ganze Weile gebraucht bis er sich endlich dazu entscheiden konnte Bau etwas besser zu bewerten. So weit ich es weiss hat der Feinschmecker auch noch nicht die Bestnote fuer Nennig vergeben. Wenn Bau genauso viel F's bekommt wie z.B. Ruessel oder weniger als Haas (der super kocht, keine Frage), dann ist da was falsch.

Hier im Forum scheint es ja kein Problem zu sein, da gibt es ja nicht die geringste Kritik, wobei er ja nur auf Platz 5 der Rangliste ist.

Im Endeffekt sind es auf dem Niveau ja oft Geschmacksfragen, die Entscheiden, wer welchen PLatz bekommt
Verfasst am: 13. 07. 09 [13:03]
Passepierre
Dabei seit: 24.10.2007
Beiträge: 47
Machen Sie so was nicht von F's abhängig. Denn diese Bewertung hinkt eh komplett. Angesichts von 9 möglichen Bewertungsstufen wird man den Eindruck nicht los, als ob da oftmals sehr viel Beliebigkeit in den Bewertungen des Feinschmeckers vorherrscht.
Verfasst am: 13. 07. 09 [13:21]
quartalsesser
Moderator
Dabei seit: 13.06.2007
Beiträge: 173
felixhirsch schrieb:

Ok, na ja, wenn man so im Fernsehen, einigen Magazinen und Zeitungen schaut, faellt immer noch der Name Wohlfahrt's als Nummer eins. Da kommt keiner der beiden, die ich als die besten ansehe (Wissler und Bau) durch.


Das halte ich für vollkommen normal, die mediale Mainstream-Wahrnehmung bleibt zeitlich hinter einer fachlich detaillierteren Sicht immer zurück. Als Wohlfahrt in einer mit dem jetzigen Bau vergleichbaren Karrierephase war, ist sicherlich noch Eckart Witzigmann an der Stelle gewesen, an der Wohlfahrt nun wiederum im Vergleich zu Bau steht. Mal davon abgesehen, dass ich auch keinen Grund sehe, Wohlfahrt herabzustufen.

Über Pavarotti haben weniger klassik-affine auch erst gesprochen, als sein beste Zeit längst vorbei war und heute wird z. B. Anne-Sophie Mutter regelmäßig als weltbeste Geigerin abgefeiert, während Julia Fischer nach wie vor eher einem kleineren Kreis geläufig ist. Undsoweiter ...

Grüße,
Q.
Verfasst am: 13. 07. 09 [15:02]
felixhirsch
Themenersteller
Dabei seit: 02.02.2009
Beiträge: 83
Da haben Sie alle beide recht.

Kurz noch. Ein paar Leute haben mich wegen den Preisen bei Ducasse gefragt.

Zur Zeit kosten die Menus 260 und 360euro: Vorspeisen und Hauptgerichte sind bei 45 - 170euro (die meisten um die 90).

Was Wein angeht, so gibt es auf der Karte bis oben hin natuerlich so einiges. Die Flaschen fangen bei ca 50 bis 60euro an.
Verfasst am: 02. 10. 09 [04:35]
Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, hatte ich nun auch das Glück, bei Ducasse zu Gast zu sein. Da mich seine GrandCuisine-Reihe immer wieder aus dem Regal anlächelte und der letzte Besuch fast 10 Jahre her war, dachte ich schon seit Monaten über einen Besuch nach. Nun ergab sich durch einen geschäftlichen Termin die Gelgenheit, da wir unsere Besprechung kurzerhand ins Plaza Athénée verlegten (der nächste BP wird vermutlich einen Herzinfarkt bekommen icon_lol.gif ). Aufgrund dieser Rahmenbedingungen gibt es allerdings (leider) keinen ausführlichen Bericht, da Fotos und Essensnotizen in unserem Meeting eher unangebracht gewesen wären. Nichts desto trotz der Kurzbericht meiner Eindrücke ...

Was das Interieur und das Lokal im Grundsätzlichen angeht, so hat FelixHirsch ja schon alles beschrieben. Was die Gäste angeht, so war ich (positiv) überrascht, nicht die oftmals (auch bei Haeberlin) kolportierten US-Touristen anzutreffen, sondern wirklich scheinbar fast ausschliesslich Pariser Publikum. Vielleicht lag es auch am Mittagstisch ...

Das Beeindruckenste für mich war aber ganz klar die Weinkarte icon_eek.gif SO stelle ich mir eine Karte vor (abgesehen von den Preisen icon_confused.gif ). All die Leute, die von umfangreichen Weinkarten in ** oder ***-Restaurants sprechen, sollten dies einmal hiermit vergleichen. Weniger der Umfang sondern die unglaubliche Qualität. Da waren soviel Weine aus tollen Jahrgängen, die ich gerne einmal probiert hätte, so dass die Auswahl wirklich sehr schwer fiel. Wir entschieden uns nach langen Überlegungen schliesslich (passend zum Essen) für Burgunder weiss + rot (2005er Puligny-Montrachet von Sauzet und eine Magnum 90er Le Rognet von Camuzet, beides eine gute Wahl).

Die Essensauswahl fiel da schon deutlich leichter. Klassisches Ambiente, klassische Küche, also mussten es auch klassische Gerichte sein.

Wir starteten mit dem bretonischen Hummmer in Curry (Homard breton au curry épicé). Die Zubereitung war interessant aber das eigentlich beeindruckende war die Qualität des Hummers. Keine weichen Enden eines 500g-Exemplares, wie man es leider bei uns auch in der Top-Gastronomie oftmals serviert bekommt, sondern absolute Top-Qualität, die zum besten gehört, was ich je an Hummer gegegessen habe (und das will etwas heissen).

Als nächstes folgte der Steinbutt (Turbot de Bretagne). Auch hier war weniger die (hervorragende) Zubereitung das Interessante sondern die unglaubliche Produktqualität. Endlich mal wieder ein 5-6er Steinbutt perfekt zubereitet. Um es mit Morchels Worten zu sagen "Ich war geflasht". Ich schwelgte schon in Erinnerungen an alte Häberlin-Zeiten, wo für mich die unglaubliche Konsistenz und der Geschmack des Steinbutts unvergessen bleiben.

Doch nun kam erst der Höhepunkt: Die Bresse-Poularde (Volaille de Bresse rôtie, écrevisses et primeurs de Didier Pil ). Auch hier war ich fasziniert. Es war einfach alles perfekt, die Zubereitung und auch (wie in den vorhergegangen Gängen) die Produktqualität. Das war einfach Grand Cuisine. Besser geht es nicht icon_exclaim.gif

Die Käseauswahl, die nun folgte liess auch keien Wünsche offen, allerdings muss man sagen, dass man diese Qualität auch in eine Reihe anderer Restaurants bekommt (was ich bei den vorhergenden Gängen eher bezweifle).

Zum Dessert hatten wir uns schon zu Beginn des Essens einen Sonderwunsch überlegt. Bei so einem klassischen Menü musste es auch ein klassischer Abschluss sein. Also baten wir den Pâtissier, ob er uns nicht eien Variation von der Bitterschokolade zubereiten könne, was dieser auch gerne tat. Kombiniert mit einem halben Fläschchen 79er Suduiraut war das der perfekte Abschluss eines perfekten Mittagessens.

Fazit:
Ein Restaurant, das man unbedingt einmal besucht haben sollte. Leider ruinös teuer banghead.gif , so dass es wohl ein seltenes Highlight bleiben muss icon_cry.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.10.2009 um 04:45.]