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ALTES FORUM

Atelier, München

Autor Nachricht
Verfasst am: 09. 10. 09 [16:09]
besseresser
Themenersteller
Dabei seit: 29.01.2007
Beiträge: 125
War schon jemand dort und kann berichten?
Der Gusto kündigt tendenziell freudig an!
Die Karte liest sich denn auch nicht uninteressant!
Zudem für München eher fair im Preis!

Herzlichen Dank!
Besseresser
Verfasst am: 18. 10. 09 [14:05]
Kruemelmonster
Dabei seit: 18.10.2009
Beiträge: 3
Ja - wir !!!

Am letzten Samstag hatten wir unseren "Antrittsbesuch" und waren sehr angetan.

Das "alte" Garden-Restaurant im Hotel Bayerischer Hof wurde umgebaut und in das "neue" Garden (mediterrane Küche in luftigem Garten-Ambiente - wir haben dort noch nicht gegessen) und das Atelier geteilt. Herr Metzger kocht nun ausschliesslich im Atelier.

Zum Ambiente: klar strukturiert, fast puristisch, die Farbtöne sind braun-grau, Tische beige eingedeckt mit Steinplatztellern. Vor jedem Tisch steht ein "antikes" kleines Holztischchen zum Servieren / für´s Besteck. Dekorationselemente sind Metallskulpturen und die ornamentale Trennwand zum ca. 12 Personen fassenden Separée. Im Hauptraum stehen 8 Tische á 2 - 4 Personen. Waren am Samstag da, ein Tisch war nicht belegt.

Unser Menu (es gibt zwei Menüs, Atelier 5 (5 Gänge) oder Atelier 7 (7 Gänge), aus denen man aber auch kreuz und quer auswählen könnte) - wir haben das 7 Gänge Menü genommen (110 €).

Brotgedeck: Brot wird erklärt und gereicht (4 Sorten), anschließend bekommt man ein komplettes Körbchen, welches, sobald halbleer, ebenso wie die Brotaufstriche ersetzt wird. Dazu Ziegenfrischkäse mit Kräutern, Butter, (drittes leider vergessen - war aber lecker).

Amuse Bouche:
- Saibling (perfekt gegart)
- kaltes Joghurtsüppchen (intensiv vom Geschmack und schön erfrischend)

Atelier 7:

- Black River Caviar mit Tafelspitz, Sauerrahm und Schwarzbrot (das "Belegte Brot" auf Gourmetart: Tafelspitz und Caviar ergänzen sich hervorragend, schmeckt eher nach Fisch, als nach Fleisch - leicht herb. Ein Erlebnis !)

- Gillardeau No. 2 mit Enokipilzsud und Granny Smith - (Große Austern. Wer´s mag. Der Enokipilzsud kam leicht asiatisch und hervorragend abgeschmeckt, die Äpfel nahmen der Auster das "meerige". Das Gericht bestand aus zwei Teilen: pochierte Auster in der Suppe und frittierte Auster mit Apfel. Uns hat die frittierte Auster mehr zugesagt, was aber auch daran liegen kann, dass wir keine Auster-Freaks sind.)

- Königskrabbe mit Artischocke und Pinienkernen (gut - aber nicht exzeptionell. War lecker, leicht süsslich, daher ein netter Kontrast und hat ins Menu gepasst)

- Secreto vom Iberico-Schwein mit Spitzkohl und Gewürznelkenblüten (über 20 Stunden geschmortes Schwein, das sehr intensiv und kräuterig geschmeckt hat - der Kohl brachte das leicht orientalische Gericht nach Bayern zurück icon_lol.gif )

- Rehrücken mit Sellerie (für meine Frau wegen Sellerieallergie mit Petersilienwurzel), Perigordtrüffel und Bete (Rehrücken, wie man ihn punktgenauer nicht braten kann mit gelber Bete und Trüffeljus - besser geht nicht)

- Vacherin de Mont d´Or mit Senffrüchten und Kartoffel-Focaccia (gut gereifter Käse, erfreulich portioniert - kein neuartiges Geschmackserlebnis, aber ok)

- Araguani-Schokolade und Cassis (1. Schoko-Kuchen, nicht trocken, nicht flüssig - so muss er sein - sagt meine Frau -, 2. Cassis-Gelee mit Schokoladenmousse auf Schoko-Brownie - für mich etwas zu leicht, da kakaolastig, nicht schokoladig. Ein kleines Kunstwerk - vom Design waren wir hingerissen)

Post-Dessert: Schokodrop (aussen dünne Hülle, innen warme Schokoladenmousse)

Pralinen

Wein

- Aperitiv: Jahrgangsrosé von Veuve Cliquot (2002)

- zum Menu: Barolo La Mora von Elio Altare (2004)

- Digestive: Framboise d´Alsace, Calvados (Pommes Prisionnier)

Weinkarte: gleiche Weinkarte wie im "alten" Garden - akzeptabel gepreist, baut nicht nur auf bekannte Gewächse, ausbaufähig (hier gibt es noch Verbesserungspotential)

Service: sehr gut, genügend Personal und dem Niveau eines Mehr-Sterne-Lokals angemessen, dabei nicht spießig und steif, sondern sympathisch und kompetent.

Resúmee: Küche mit kreativem Anspruch und dem Ziel, zur oberen Liga zu gehören. Es wird viel Aufwand getrieben (Design und "Zusatzangebot"). Die Küche von Herrn Metzger ist nach wie vor erfreulich leicht und von Kräutern durchdrungen. Die Aromen sind vielfältig, in sich schlüssig komponiert und in ihrer Vielfältigkeit zu einem harmonischen Menu zusammengestellt. Ein deutlicher Sprung zum alten Garden. Man merkt der gesamten Crew an, wie sehr man sich freut, ein Gourmet-Restaurant auf die Beine stellen zu dürfen. Bei allem Anspruch ist das Preis-Leistungsverhältnis noch erfreulich.

Viel Spaß beim Ausprobieren - das Krümelmonster
Verfasst am: 18. 10. 09 [14:35]
le_mink
Dabei seit: 05.12.2006
Beiträge: 513
Danke für den schönen Bericht, Krümelmonster. Ich habe Bilder gesehen, das Atelier wirkte darauf etwas düster. Können Sie das bestätigen?
Verfasst am: 18. 10. 09 [16:03]
besseresser
Themenersteller
Dabei seit: 29.01.2007
Beiträge: 125
Werte(r,s) Krümelmonster,

herzlichen Dank! Ein Besuch erscheint somit lohnenswert. Zunächst steht bei mir für Freitag jedoch der Königshof "auf der Liste". Mal sehen, ob dort noch immer (auf hohem Niveau) Küchenstillstand herrscht!
Update folgt!

KG
Besseresser
Verfasst am: 19. 10. 09 [14:09]
Maxi
Dabei seit: 19.01.2009
Beiträge: 8
Hallo, hier mal wieder etwas zum Thema "Kurioses aus der Welt der Restaurantführer":

Das Atelier im Bayerischen Hof wurde Mitte September 2009 eröffnet. Der Aral-Schlemmeratlas ist Anfang Oktober 2009 erschienen. Darin ist das Atelier mit drei Löffeln und Pfeil nach oben, also besser als im letzten Jahr bewertet und im Text steht etwas von: "...raffinierte saisonale Cuisine mit regionalen und mediterranen Einflüssen ...Nigiri vom Kaisergranat mit Steinpilzen und Blumenkohl, ...Mieral-Taube mit Portweinlack.... Amalfi-Zitronen-Coucous, Mandelluft und Zitronenconfit… Die Sonne des Südens ging in unserem Herzen auf. Unsere Zunge erfreute sich noch genauso an Käse und Dessert." icon_eek.gif

Was tut man nicht alles für treue Anzeigenkunden mit Fotoeintrag icon_wink.gif

Schmunzenlnde Grüße, Maxi
Verfasst am: 20. 10. 09 [14:44]
Kruemelmonster
Dabei seit: 18.10.2009
Beiträge: 3
Hallo le_mink, nein - kann ich nicht bestätigen. Die Tische sind sehr gut ausgeleuchtet und haben - schätze ich - keine weissen Tischdecken, damit man nicht geblendet wird. Ausser der Tischbeleuchtung gibt es allerdings keine weitere "Raumaufhellung", wodurch ein Gesamtbild vielleicht etwas düster wirkt. Viele Grüsse - das Krümelmonster
Verfasst am: 20. 10. 09 [18:36]
Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
Maxi schrieb:
Das Atelier im Bayerischen Hof wurde Mitte September 2009 eröffnet. Der Aral-Schlemmeratlas ist Anfang Oktober 2009 erschienen.


Da sehen sie mal wie topaktuell so ein Führer ist icon_lol.gif

Im Forum gab's noch keinen Bericht, aber der Aral-Tester hatte schon viele tolle Essen dort icon_razz.gif

Gibt's aber auch anders herum: Habe schon einen begeisterten Bericht zu einem Restaurant gelesen, das seit einem Jahr geschlossen war icon_lol.gif

Aber bevor es OT wird:

@Kruemelmonster
Ich vertrete mal die gute Morchel (die für das Forum auf Bildungsreise ist icon_wink.gif ) und begrüsse Sie herzlich als Berichtsschreiber. Auch wenn ich in den nächsten Wochen nicht in München sein werde, war es interessant Ihre Zeilen zu lesen. Wir freuen uns auf Ihren nächsten Bericht.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.10.2009 um 18:39.]
Verfasst am: 21. 10. 09 [10:27]
le_mink
Dabei seit: 05.12.2006
Beiträge: 513
Ich nehme an, dass der Aral (wenn überhaupt) das Garden-Restaurant getestet hat und nach dem Prinzip "gleicher Küchenchef = gleiche Bewertung" verfährt... Der Feinschmecker gibt btw 2 F.
Verfasst am: 11. 11. 09 [19:35]
besseresser
Themenersteller
Dabei seit: 29.01.2007
Beiträge: 125
Werter le mink,

am Montag war ich im Bayerischen Hof zu einer Weinverkostung mit herrlichen Tropfen und seltsamen Gästen.

Hätte mich nicht die Einladung der Familie Knipser erreicht, ich wäre dem Spektakel ferngeblieben. Trotz unwürdigem Getummel und dem ein oder anderen "Gratis-Pichler" bot mir der Abend einmal mehr die Erkenntnis, dass Knipser zur Zeit wirklich bemerkenswerte Rotweine auf den Markt bringt. Der Spätburgunder "Im Großen Garten" GG Jahrgang 2006 ist derzeit noch erhältlich. Auch die beiden großen Cuvées "X" und "XR" sind mehr als respektabel, preislich aber nochmals ambitionierter. Herrlich auch die einfachen Silvaner von Hans Wirsching zu einen unglaublich fairen Preis. Drautz-Able vergnügte mit netten Gesprächen und einer Erkenntnis: Lemberger kann die Basis trinkbaren Weins sein.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema, dem Atelier. An besagtem Motag Abend hatte es geschlossen. Angesichts der offenen Türen wagten wir dennoch einen kurzen Blick. Angesichts der bereits von Krümelmonster beschriebenen Farbkombination Grau/Braun/Gold war ich von der grundsätzlichen ästhetischen Ausrichtung des Raumes zwar nicht überrascht. Die Tageslichtfreiheit gepaart mit einer niederen Decke und den dunklen Farbtönen stimmten mich dann aber doch bedenklich. Leicht und heiter geht anders. Der Raum, wenngleich wie von Krümelmonster beschrieben ausgeleuchtet, wirkte dunkel und ob des gewählten Mobiliars, der schweren Stoffe und Materialen sowie der farblichen Ausrichtung auf uns bedrückend. Es herrschte unsisono das Fazit: Schwierig, wir hätten dort spontan keine Lust auf große Küche gehabt.

Das Garden nebenan wirkt etwas leichter, wenngleich es in einem vergleichbaren Stil gehalten ist.

Wenn Sie die Falk's Bar im Bayerischen Hof kennen: Architektonisch und stilistisch ist sie im Vergleich zu den genannten Restaurants federleicht und heiter!

KG
Besseresser



Verfasst am: 15. 11. 09 [11:23]
Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
FAS heute:

JD war im Atelier ... gute Küche und gut ausgeleuchtet icon_lol.gif