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ALTES FORUM
Essen + Trinken in Düsseldorf und am Niederrhein
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Nachricht |
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Verfasst am: 13. 02. 08 [17:17]
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Dr.Kimble
Themenersteller
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Nachdem, wir ja schon für die Euregio und Köln so einen Thread haben, möchte ich hiermit den Sammelthread für die noch fehlenden DDorfer eröffnen.
Das ist natürlich vollkommen uneigennützig , da ich Freitag Mittag in DDorf City bin und ehrlich gesagt etwas ratlos, wo ich nun hingehen soll.
Mein Favorit, das Hummerstübchen hat nur abends geöffnet. Jean Claude Bourgueil war mir schon immer extrem unsympathisch und hat auch nur abends geöffnet.
Bliebe noch das Victorian mit guter Lage, das allerdings Preise wie im **-***-Beteich hat oder das Berens im Medienhafen, wo man von lauter waaaaahnsinnig erfolgreichen Medienmenschen umgeben ist.
Alternativ einfach gut und einfach essen gehen, wovon es in Düsseldorf vond en Shadow-Arkeaden bis zum Medien-Hafen ja eine unglaublich grosse auswahl an frischen Essem zu kleinen Preisen gibt .....
Oder doch einfach nett japanisch essen gehen ?
Fragen über Fragen .....
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.02.2008 um 17:23.]
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Verfasst am: 13. 02. 08 [19:30]
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Garnelchen
Dabei seit: 13.11.2007
Beiträge: 246
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Ja, werter Dr., in Düdo tut man sich mit dem Essen in der Tat schwer! Wir waren im Dezember dort und standen vor dem gleichen Problem. Keine Freunde von Bourgeuil, das Hummerstübchen nur am Abend... So sind wir ins Bistro vom Victorian gegangen; das wiederum werden wir nicht wieder tun: langweilig und lieblos runtergekocht, ein mürrischer Service und viel zu teuer. Meine Empfehlung: Gehen Sie doch in die Altstadt - zum Beispiel ins dortige "Schiffchen" (klingt doch auch "sternig"!), wo Sie sich zudem als Kölner auch über "Himmel un Äd" freuen können. Doch Vorsicht: In Düdo schneidet man die Blutwurst längs! Und zum Runterspülen darf's für Sie sicherlich ausnahmsweise auch mal ein "Düsseldorfer Alt" sein, oder?
Auf Ihren Bericht wartend, Garnelchen
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Verfasst am: 14. 02. 08 [10:47]
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O.B.G.
Dabei seit: 04.02.2008
Beiträge: 77
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Ich habe zwar nicht die geringste Ahnung von ihren Essgewohnheiten werter Dr.Kimble, aber ich wage es dennoch eine Empfelung abzugeben.
<---
Keine *** aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Und das die Jungs dort kochen können, steht denke ich außer Frage.
Geschäftsführer Henrik Fennel war als F+B in Bensberg und hat auch aus seiner Zeit als F+B in Köln einige Rekrutments mitnehmen können.
Sven Feldmann Küchendirektor aller drei Outlets und Küchenchef im Monkeys West, kochte zB vorher recht erfolgreich im Taku in Köln (laut Feinschmecker Top10 der ausländischen Resraurants in D)
Heiko Wolf- Küchenchef Monkeys South, war soweit ich weiß Chefgardemanger/(inoffz)Souschef bei Detlev Hohl, kochen muss er also auch können.
Zum Monkeys East kann ich eigentlich nur sagen, dass man schon recht gut sein muss als Asiancrossover, wenn man sich am D-Dorfer Markt behaupten will.
Am besten einfach mal dem folgen und einlesen, auch wenn die Karten nur als PDF hinterlegt sind, kann man sich doch ein recht gutes Bild von dem machen, was dort gekocht wird.
Vielleicht doch eine etwas gewagte Empfelung, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt
MFG O.B.G.
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Verfasst am: 14. 02. 08 [11:29]
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bsteinmann
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 288
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Hallo Doc Kimble,
habe mir erlaubt bei Ihrer Äußerung den falsch geschriebenen Namen zu berichtigen.
Immer wieder gerne zu Diensten:
R.
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Verfasst am: 15. 02. 08 [09:10]
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Weinreise
Dabei seit: 06.12.2006
Beiträge: 94
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So, endlich mal Düsseldorf
Das Mittagsmenü im Victorian ist nicht allzu teuer und tagesaktuell auf der website zu finden.
Monkey´s South und dann die Weinkarte vom West verlangen. Interessante Karte, sogar mit schweizer Raritäten aus Graubünden.
East finde ich kulinarisch nicht wirklich spannend.
Dim Sum Bistro in Bilk. Vormals 14 GM-Restaurant Shanghai, von Dollase geadelt. Muß man allerdings mögen.
Schorn, Fehrenbach und Tafelspitz 1876 sind nicht in den Führern, aber eine Entdeckung wert. Letzteres war Dollases Entdeckung 2007. Aber ob die mittags geöffnet haben!?!?!
Für mittags einfach nach Neuss ´rüber zu Tiefenbacher´s Herzog von Burgund. Oder nach Korschenbroich zu Stappen, wo es richtig gute regionale Küche gibt.
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Verfasst am: 15. 02. 08 [17:26]
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Dr.Kimble
Themenersteller
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Nach langem Hin- und Her sowie vielen Bedenken waren wir heute nun doch im Restaurant des Victorian.
Ingesamt überraschend gut
Ambiente: The 80ies still live on
Publikum: Wie aus einem Loriot-Klassiker
Service: nett, kompetent, aber etwas skurill
Wein: Auswahl grandios, Preise einfach unverschämt
Essen: Qualität grandios, zu teuer für *, klassich ist modern dagegen, handwerklich perfekt
Fazit:
Etwas bizarr, aber Top-Qualität, Wiederholungsfaktor aufgrund der Lage 100 %
Ausführlicher Bericht folgt
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.2008 um 17:27.]
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Verfasst am: 15. 02. 08 [17:39]
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le_mink
Dabei seit: 05.12.2006
Beiträge: 513
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Weinreise schrieb:
Schorn, Fehrenbach und Tafelspitz 1876 sind nicht in den Führern, aber eine Entdeckung wert. Letzteres war Dollases Entdeckung 2007. Aber ob die mittags geöffnet haben!?!?!
Ich korrigiere: Der Feinschmecker gibt Schorn 1,5 F. Die Küche verdient das, die etwas angejährte Eiinrichtung und der Service durch die mitunter recht launische Madame nur bedingt.
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Verfasst am: 16. 02. 08 [02:39]
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vandyke
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 38
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Als Einheimischer würde ich Ihnen, wenn es etwas deftiger sein sollte, doch lieber die Brauerei Schumacher auf der Oststr. ans Herz legen, sehr gemischtes Publikum, rustikales Essen und leckeres Altbier. Tafelspitz 1876 ist in der Tat sehr empfehlenswert, Fehrenbach überbewertet (wie viele Restaurationen in D´dorf). Ganz gut hat uns bei dem letzten Besuch (Ende ´06) das KM 747 in Golzheim gefallen (unbedingt meiden: die neue Filiale 747 City in der Klosterstr. - große Ansprüche, inkompetentes Personal, Portionen in Amuse Bouche Größe - hier feiern die D´dorfer Vorurteile Urständ). Robert´s Bistro und La Donna Canone im Hafen bieten unprätentiöse, frische Küche zu zivilen Preisen.
Das Schiffchen Bistro ist allemal ein Versuch wert, wobei ich Ihre Einschätzung über Bourgueil durchaus teile.
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Verfasst am: 16. 02. 08 [14:43]
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Dr.Kimble
Themenersteller
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Danke noch einmal für dir vielen Hinweise ...
Hier schon einmal ein Vorgeschmack auf meinen Bericht zum Victorian

Rochenflügel schrieb: habe mir erlaubt bei Ihrer Äußerung den falsch geschriebenen Namen zu berichtigen.
Sie meinen , der werte JCB wäre über seinen neuen Nickname nicht amüsiert ? Vielleicht ist er ja unter diesme Namen hie rim Forum angemeldet
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.02.2008 um 19:45.]
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Verfasst am: 16. 02. 08 [23:22]
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Dr.Kimble
Themenersteller
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Restaurant Victorian (* / 17 GM) - Christian Penzhorn - Düsseldorf -
1 ) Das Ambiente
Nur 50 Meter von der KÖ entfernt in einer (ebenfalls noblen) Seitenstrasse findet sich das einzig hoch bewertete Restaurant in der Düsseldorfer Innenstadt. Díe Fassade mit grosser KöPi-Reklame lässt zunächst eher auf eine der unzähligen Düsseldorfer Edelkneipen als auf ein gehobenes Restaurant schliessen, aber ein Blick auf die Speiskarte im Schaukasten lässt schnell erkennen, dass im Gegensatz zum gegenüberliegenden "La Terrazza" hier die Küche einen sternewürdigen Anspruch erhebt. Auf den Weg zum Restaurant ins 1. OG kommt man durch das Bistro, dass in Zeiten der Lounges im Medienhafen doch recht bieder wirkt und eigentlich ganz gut zur KöPi-Reklame passt. Umso überraschter ist man, wenn man das Restaurant betritt, dass sich in der Atmosphäre deutlich vom EG unterscheidet. Für eine Stadt der Künste und der Mode wirkt aber auch das Restaurant erschreckend provinziell. Das Design stammt vermutlich aus dem Ende der 80er wirkt aber nicht ungemütlich. Die Lederbänke auf denen man Platz nimmt, haben aber ihre beste Zeit wohl schon hinter sich. Durch die Platzierung der Tische sitzt man relativ diskret, was eine Unterhaltung am Tisch erleichtert. Als sehr angenehm muss auch die grosse Front des Restaurants erwähnen, so dass man von den meisten Plätzen dem Treiben auf der KÖ zusehen kann, was durchaus unterhaltsam ist. Insgesamt eine für Düsseldorf eher untypische und etwas "angestaubte" Atmosphäre, die aber durchaus eine gewisse Gemütlichkeit hat. Als Zugabe gibt es am Fenster die kostenlose Doku-Soap "Flanieren auf der KÖ"
2 ) Die Gäste
Auch am Mittag war das Restaurant gut gefüllt. Die Gäste waren grösstenteils deutlich jenseits der 50 und eher sehr klassische Geschäftleute. Gemessen an der modischen Kleidung auf der Strasse nur wenige Meter entfernt, dominierten hier dunkle sehr konservative Anzüge und entsprechende weibliche Kleidung. Zusammen mit der sehr dezenten Atmosphäre und dem Service fühlte ich mich in manchen Dingen schon fast an einen Loriot-Klassiker erinnert. Aber nichts desto trotz ein sehr angenehmes Publikum, unter dem sich scheinbar viele Stammgäste befanden, die Interesse für gutes Essen und Wein hatten.
3 ) Der Service
Der Service war ebenso dezent und im positiven Sinne zurückhaltend wie die Atmosphäre. Allerdings bemerkte man eine starke Kostenoptimierung in der Auswahl der Mitarbeiter. Eine Servicekraft war der typische Azubi, der ohne Bezahlung für ein gutes Zeugnis arbeitet (DM lässt grüssen), eine andere Bedienung war der deutschen Sprache nur ansatzweise mächtig. Vom Personal her vermutete man weniger ein *-Lokal sondern eher den "Italiener um die Ecke" , auch wenn die Mitarbeiter zweifelsohne bemüht waren. Dieser Eindruck verflog aber schlagartig mit dem Auftritt von Maître Michael Noack, einem wirklichen Unikum. Er ist Sommelier, Chef de Service und Kellner in einer Person und das in Perfektion. Ohne ihn fiele die Bewertung des Service wohl vollkommen anders aus. Auch er könnte aus einem Loriot-Film stammen, denn er ist ein wirkliches "Original". Dabei sehr kompetent, souverän und äusserst sympathisch, ein Servicechef, wie er im Buche steht. Ich hoffe für das Victorian und seine Gäste, dass er ihnen noch lange erhalten bleibt .....
4 ) Der Wein
Die Weinkarte war äusserst beeindruckend. Über 500 Positionen mit einem Schwerpunkt auf den französischen Anbaugebieten zauberten mir ein Lächeln auf das Gesicht. Auch die verfügbaren Jahrgänge waren hervorragend und selbst bei den Weissweinen klaffte nicht die oft gesehene Lücke von 2002-2005. Vom 73er Dom Perignon in der Magnum bis zu diversen grossen Bordeaux-Gewächsen aus besten Jahrgängen bot die Karte ziemlich alles, was das Weinherz erfreuet. Selbst viele ***-Restaurants haben keine bessere Karte (auch wenn man alles natürlich noch toppen kann). Das Lächeln auf meinem Gesicht verflog aber langsam, als ich die Preise näher betrachtete. Dass seltene Restposten und grandiose Jahrgänge nicht verschenkt werden, ist mir bewusst. Dass aber nur wenige Weine unter 100 € lagen und der günstigste Loire-Wein 65 € kostete, fand ich schon recht überzogen. Ein offenes Glas Champagner für 14 € und der Espresso für 7 € brachten mich zu der Annahme, dass es noch DM-Preise auf der Karte sein müssten, da diese auch optisch schon 20 Jahre alt war. Auch die knapp 100 € für eine Flasche simplen Champagner liessen in mir die Vermutung aufkeimen, dass wir uns in der Tür geirrt hatten und sogleich einige leicht bekleidete Damen zu uns an den Tisch kommen würden. Stattdessen kam aber der multifunktionale Maître, der sehr kompetent beriet und die Karte scheinbar auswendig vorlesen konnte (was angesichts der Preisgestaltung vermutlich daran lag, dass diese seit 50 Jahren unverändert war, da niemand zu diesen Preisen bestellte). Unglücklicherweise folgte ich nicht seiner Empfehlung und wählte einen Loire-Wein, der leider nicht meinen geschmacklichen Vorstellungen entsprach. Dies kann man natürlich nicht dem Lokal anlasten, dass der Wein aber mehr als einen Faktor 5 über dem EK lag, ärgerte mich dann doch schon bei jedem Schluck zusätzlich. Insgesamt also eine tolle Weinauswahl mit kompetenter Beratung. Einzig die überzogenen Preise machen etwas ratlos. Es bleibt aber die Hoffnung, auf der umfangreichen Karte vielleicht doch den einen oder anderen Schatz mit gutem PL-Verhältnis noch übersehen zu haben oder dass lediglich die Euro-Umrechnung vergessen wurde, was im Zuge der nächsten Renovierung nachgeholt wird.
5 ) Das Essen
Die Preisgestaltung von der Weinkarte fand leider auch im Essen ihre Fortsetzung. Das ursprünglich avisierte Degustationsmenü mit knapp 100 € war schon nicht gerade günstig für ein *-Restaurant, aber leider mittags nicht verfügbar. Die A-La-Carte-Preise toppten dies aber nochmals. Vorspeisen um die 30 €, Hauptgerichte bei 40 € liessen schon allein für das Essen einen Preis weit über 100 € pro Person erwarten. Dies sind Regionen, die nicht sehr weit von HF und JW entfernt sind und daher sehr hohe Erwartungen schüren. Die Speisekarte war zwar passend zum Ambiente und Publikum recht klassisch, klang aber durchaus interessant. "Bretonischer Hummer mit Mousse vom Belugastör" oder "Filet vom Simmenthaler Rind mit geschmolzener Gänseleber" sind zwar nicht sehr kreativ, aber durchaus eine sternewürdige Speise. Allerdings wäre es wohl dringend geboten, die Karte etwas zu "entstauben", denn vieles wirkte etwas antiquiert. Insbesondere die Beilagen (Blumenkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Schwarzwurzeln, Rote Beete, etc.) und Saucen (Beurre mediteranné, Barolojus, Bouillabaisse, etc.) waren nun wirklich nicht sehr innovativ. Es muss (und sollte) ja nicht jeder wie Amador kochen, aber etwas mehr Kreativität wäre wohl sicher kein Fehler, auch wenn ich klassische Küche sehr schätze.
Da uns die ganze bretonische Seezunge (Müllerin Art !) als Tagesempfehlung mehrfach ans Herz gelegt wurde, entschieden wir uns schliesslich für diese. Aufgrund der Grösse der Seezunge wurde uns empfohlen, auf ein Zwischengericht zu verzichten und lediglich eine Vorspeise zu wählen. Ich war erfreut über diese ehrliche Beratung, die sich auch als richtig erwies und zeigte, dass es trotz der Preisgestaltung doch nicht nur ums Geld ging.
Angesichts meiner Skepsis über Ambiente, Speisekarte und Preisgestaltung, waren meine Erwartungen eigentlich eher niedrig und ich erwarte eine Enttäuschung. Um so positiver überrascht war ich, als der erste Gruss aus der Küche unseren Tisch erreichte.
1. Gang (Amuse Geul): "Gelee von Möhre und Apfel" (oder so ähnlich) und "Gebratene Gänseleber in Orangensud"
Schon der erste Teil des Amuse Geuls war wirklich überzeugend und reduzierte meine Skepsis. Die gebratene Gänseleber mit Orange war aber wirklich genial. Die Süsse der Orange ergänzte die (angenehmerweise nicht so fettige) Gänseleber perfekt, ohne dass die Fruchtsäure zu schmecken war. Auch die oftmals übertriebene Süsse war nicht zu spüren. Die Harmonie von Leber und Frucht war schlichtweg perfekt. Da es dieses Gericht auch als Vorspeise gibt, ist es ein Muss für den nächsten Besuch. Nach diesem ersten Vorgeschmack waren meine kulinarischen Zweifel verflogen.
2. Gang (Amuse Geul): "Artischockenschaum + ? + ?" und "Krustentieressenz mit ?-Schaum" (sah aus wie ein Kölsch)
Diese beiden Speisen sind mir leider weder namentlich noch geschmacklich nachhaltig in Erinnerung geblieben (optisch kann man sie auf dem Foto bewundern). Sie waren eher weniger mein Geschmack und die Krustentieressenz empfand ich als deutlich zu sehr gewürzt. Da ich aber des öfteren (auch bei sehr renommierten Köchen) Probleme mit den Amuse Geul habe, werte ich das nicht zu negativ.
3. Gang: "Bretonische Langoustino mit marinierten Schwarzwurzeln und Trüffelvinaigrette"
Die Bezeichnung "bretonisch" macht mich ja meist skeptisch, da es gar nicht so viele Tiere geben kann, wie sie die Restaurants verkaufen. Das erinnert mich immer wieder an den berühmten "schottischen Wildlachs", den jedes Restaurant hat. In diesem Falle muss man aber sagen, dass die Produktqualität dem Namen standhielt. Das Langustenfleisch war wirklich eine Top-Qualität und perfekt gegart. Auch die Sauce und selbst das Gemüse (wo ich doch eigentlich keine Schwarzwurzeln mag ) waren eine ideale Ergänzung. Das Gericht war natürlich nicht so variantenreich wie die traumhafte Langoustine bei JW, aber geschmacklich keinesfalls schlechter. Das zweite Highlight des Tages.
4. Gang: Bretonische Seezunge auf Müllerin Art
Die Seezunge wurde klassisch auf einem separaten Tisch vorgezeigt, um dann fachgerecht durch den universellen Mâitre tranchiert zu werden. Die Seezunge war qualitativ ein Traum und perfekt zubereitet. Hier galt wirklich der viel zitierte Satz "Das Produkt ist der Star". Leider waren diese Starqualitäten nicht dem restlichen Service zu eigen. Nachdem wir mangels Alternative die Buttersauce gewählt hatten, wurde uns einige Minuten später auch noch eine Champagnerschaum-Sauce gereicht, für die es nun aber zu spät war. Bei den Beilagen hatte die Kreativität der Küche mit 4 Prinzessböhnchen und ein wenig Blattspinat auch eher ihren Tiefpunkt erreicht. Ein so hervorragender Fisch hätte besseres verdient gehabt. Selbst das Pimentofumet mit Risotto von der Seezunge auf der Karte wäre vermutlich innovativer gewesen. Eigentlich schade, denn daraus hätte man deutlich mehr machen können. Nichts desto trotz ein wirklich sehr leckerer (und äusserst reichlicher) Gang.
5. Gang: Nachspeisevariation zum Espresso
Aufgrund der wirklich sehr grossen Seezunge kam ein Käsegang nicht mehr in Betracht. Auf der Nachtischkarte suchte man leider auch vergeblich nach einer eher leichten und fruchtigen Speise. Nachdem aber am Nachbartisch der Dessertwagen aufgefahren wurde, fiel die Entscheidung, nur noch einen Espresso mit Petit Fours zu nehmen, sehr leicht. Der Dessertwagen hat die Grösse eines klassischen Käsewagens und war optisch auch noch ein Relikt aus dem Ende der 70er. Das geriet jedoch schnell in Vergessenheit, nach einem Blick auf den Inhalt. Diverse Torten, Pralinen und andere süsse Sünden liessen die Frage aufkommen, warum man nicht direkt mit dem Dessertwagen begonnen hatte. Ich habe selten eine ähnlich grosse Auswahl gesehen, die zu meiner Freude auch geschmacklich der Optik in nichts nachstand. Das machte auch den Preis des Espresso schnell vergessen. Beim nächsten Besuch werde ich mich dann vermutlich mit den Amuse Geul und mehreren Espressi begnügen .....
Fazit:
Das Victorian ist für Düsseldorf etwas skurril aber durchaus liebenswert. Leider ist die Preisgestaltung selbst für Düsseldorfer Verhältnisse an der Schmerzgrenze. Zwei nette Flaschen Wein und ein ausführliches Essen a la Carte lassen einen zu zweit schnell einen grossen Schein verspeisen, wie es sonst nur in ***-Häusern passiert. Man bekommt man dafür auch eine entsprechende Qualität geboten, allerdings ohne die dazugehörige Perfektion. Eine (weitere) Modernisierung von Restaurant und Speisekarte wäre sicher kein Fehler, ebenso wie eine qualitative Aufstockung des Service (allerdings nur, wenn der Maître bleibt, wie er ist). Das Potential von Küche, Maître und Weinkarte liesse sicher auch auf einen zweiten Stern hoffen, der dann auch die Preise relativieren würde. Insgesamt ist das Victorian trotz aller Eigenarten eine Empfehlung wert zumal es mittags und in dieser Lage nahezu alternativenlos ist.
6 ) Die Fakten
Kontaktdaten:
Restaurant Victorian
Königstraße 3a
40212 Düsseldorf
Tel: +49 / 211 / 865 50 - 0
Fax: +49 / 211 / 865 50 - 13
Web: Restaurant Victorian
WICHTIG: Es gibt ein Restaurant und ein Bistro im selben Gebäude. Mein Bericht bezieht sich ausschliesslich auf das Restaurant im 1. OG.
Öffnungszeiten:
Montag : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
Dienstag : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
Mittwoch : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
Donnerstag : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
Freitag : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
Samstag : 12:00 - 15:00 Uhr und 19:00 - 23:00 Uhr
WICHTIG: Das Degustationsmenü kann man nur abends bestellen.
Karte:
Im Internet ist auch ein Auszug aus der aktuellen Karte zu finden
Parken:
Neben den (gebührenpflichtigen) Parkplätzen entlang der Königsallee und einigen anderen Parkhäusern empfiehlt sich insbesondere das Parkhaus Shadow-Arkaden, das man direkt durch die Königsstrasse erreicht. Von dort aus sind es gerade mal 100 Meter bis zum Restaurant und es ist ausserdem ein idealer Ausgangspunkt für ein anschliessendes oder vorheriges Shoppen in Düsseldorf.
Anfahrt:
Der Weg nach Düsseldorf dürfte bekannt sein. Das Restaurant liegt direkt am Anfang in einer Seitenstrasse der Königsallee (Kö). Obwohl es somit in der Düsseldorfer Innenstadt (nicht Altstadt !) liegt, ist die innerstädtische Fahrt meist staufrei zu bewältigen im Gegensatz zu manch anderer deutschen Großstadt.
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.02.2008 um 23:40.]
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