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Quadriga

Autor Nachricht
Verfasst am: 05. 12. 07 [18:13]
bsteinmann
Themenersteller
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 288
Nun kommt es wie es muss.
Nachdem ein geplanter Restaurantbesuch ins Wasser gefallen ist, kommt nun ein anderer in Betracht.

An dieser Stelle werde ich in ein paar Tagen über den Restaurantbesuch bei Bobby Bräuer berichten.

Vorab zur Reservierung:

Eine überaus freundliche Dame nahm meinen Terminwunsch telefonisch entgegen.
Kaum hatte ich eine Rückruftelefonnummer angegeben, meine E-Mail-Adresse zwecks Bestätigung mitgeteilt, meine Adresse nachgereicht und per FAX meinen Reservierung bestätigt, war ich auch schon am Ziel meiner Wünsche.

Uff.

Ich befinde mich in echter Vorfreude !!!

R.
Verfasst am: 09. 12. 07 [18:42]
bsteinmann
Themenersteller
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 288
Besuch des Restaurants Quadriga.

Zum Ambiente.
Gehobenes, gediegenes Hotelambiente.
Nichts was stört und nichts was besonders lange in Erinnerung bleibt.

Das Essen.
Die Küche grüßte mit einer Tomatenessenz, lila Kartöffelchen und Paprika.
Ferner mit einem Estragonstäbchen.
Sehr stimmig, ohne Hinweis wohin die Reise geht.

Beide wählten wir die Große Folge, wobei ich mich auch für die Weinbegleitung entschied.

Gestartet wurde mit Kalbsbries und Gänseleber, Chutney von roten Zwiebeln und grünem Pfeffer.
Dazu wurde eine Rieslingauslese von 1975, Kanzemer Altenberg, gereicht.

Der Gang gefiel, Bries und Gänseleber harmonierten, Zwiebel und Pfeffer verhielten sich rücksichtsvoll und ohne Dominanz.

Es folgte Bachsaibling und sein Kaviar. Brav und bieder schmeckend, begleitet von Roter Bete, nicht mein Favorit,
aber durchaus solide präsentiert. Dazu gab es einen Sauvignon blanc von Franz Keller,Baden.

Bretonische Langostino war angekündigt, mit Blumenkohl und Cashmir Curry. Begleitet wurde der Gang von einem Cuvée Jodokus, vom
Weingut Drautz-Able, Württemberg.
Ich fand die Zusammenstellung gelungen, meine Frau beklagte die Dominanz von Curry, der Rest ging sozusagen etwas unter.

Das folgende Salzwiesenlamm, Mocca und Püree von Cocobohne war nicht ausreichend gegahrt. Eher grenzwertig.
Ein Spätburgunder vom Weingut Deutzerhof-Cossmann-Hehle tat dem Ganzen auch nicht gut.

Der Rest ist schnell aufgezählt. Blue Stilton mit Apfel und Haselnüssen. Der Apfel konnte die Schärfe nur unwesentlich kompensieren.
Das Granité von Cornellkirschen beruhigte die Geschmacksnerven und das Parfait von Kürbiskrokant, Nashi Birne und Muskat
war ordentlich.

Alles in allem ein doch gelungenes Essen. Klassisch ausgerichtet und für mich ein paar Jahre zu spät genossen.
Mittlerweile bevorzuge ich modernere, aufregendere Gerichte. Dafür kann der Koch jedoch nichts.
Immerhin war das Restaurant gut besucht. Internationales Publikum aller Altersklassen fühlte sich sichtlich wohl.
Die Weinbegleitung war in etwa stimmig, entsprach jedoch nicht meinen persönlichen Neigungen.
Hier sehe ich einiges an Potential für einen versierten Sommelier.


Kommen wir nun zu den Rahmenbedingungen, die den Besuch des Restaurants nachhaltig
negativ beeinflusst haben.

Die Stühle waren extrem niedrig, vielleicht war auch der Tisch zu hoch.
Man wusste so recht nicht, wie man die Arme beim Essen halten sollte.
Wenn dann auch noch der Bretonische Langostino in einer tiefen Schüssel, oder war es ein hoher Teller, serviert wird,
man das Besteck während des Essens nicht richtig ablegen kann und der Langostinoschwanz, den man mühevoll vom Rest abgetrennt hat,
ständig in den Sud rutscht, dann ist der Spaß vorbei.
Meine Frau hat den Langostinoschwanz kurzerhand auf dem Brotteller geparkt.
Zur Strafe wurde er vom Service dort nicht abgeräumt und verblieb somit als ständige Anklage wegen Fehlverhaltens
für den Rest des Abends dort.
Immerhin kam sie noch in den Genuss einer neuen Serviette, nachdem sie den Tisch kurz verlassen hatte.
Auf diesen Luxus musste ich verzichten.

Die Servicebrigade und ich kamen an diesem Abend nicht zusammen.
Aufwändig garnierte Speisen zerfielen währen des Servierens, was man seitens des Personals ohne Regung
zur Kenntnis nahm. Eher gleichgültig ging man darüber hinweg. Meine Versuche durch Freundlickkeit Aufmerksamkeit zu erregen,
wurde ebenso ignoriert.
So sparte ich mir, ohne schlechtes Gewissen, das Trinkgeld.

Rochenflügel
Verfasst am: 09. 12. 07 [19:36]
Ludius
Dabei seit: 06.11.2007
Beiträge: 23
Vielen Dank für diesen Bericht da Ich demnächst in der Quadriga anfangen werde !
Verfasst am: 22. 02. 08 [16:57]
Hedonist
Dabei seit: 17.12.2007
Beiträge: 96
Auch mich hat es vor einiger Zeit mal wieder in die Quadriga verschlagen. Leider habe ich nicht mehr die gesamte Menüfolge im Kopf, was aber haften blieb, war der mit weitem Abstand beste Hauptgang innerhalb eines sechs gängigen Menüs der letzten Jahre:

Das Beste vom Milchkalb,
eine Praline von geschmortem Kalbsschwanz, gepökelter Kalbskopf, ein wenig Zunge und feines Bries, aromatisiert mit Datteln und Chili

Sowohl in Konsistenz wie auch in der Geschmackstiefe waren das glatte 19 Punkte. Einfach unglaublich und eigentlich hätte man sofort Supplement ordern müssen.

Es war wirklich das erste Mal, dass mich ein Hauptgang und nicht die diversen Vorspeisen bzw. Zwischengänge an meisten beeindruckten.
Die gesamte Menüdramaturgie war auf genau diesen Hauptgang ausgerichtet. Verstehen sie mich nicht falsch, die vorherigen Gänge waren nicht schlecht oder gar langweilig, im Gegenteil, aber dieser Hauptgang war ein absolutes Highlight!
Verfasst am: 11. 09. 09 [12:26]
alex11
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 135
Werte Forumianer,

haben Sie zwischenzeitlich das Restaurant Quadriga wieder besucht.

Bobby Breuer hat ja vor geraumer Zeit
das Haus verlassen.

An seiner Stelle kocht nun Sauli Kemppainen.

Ich selbst kenne den Brandenburger Hof nur als Hotel und war vom hervorragenden Frühstück begeistert.

k.G. alex
Verfasst am: 14. 09. 09 [16:00]
Hedonist
Dabei seit: 17.12.2007
Beiträge: 96
Leider war ich noch nicht da, wenn Sauli K. das Restaurant aber von 0 auf 3 "F" und damit wieder in die Spitzengruppe Berlins kocht, dann ist das schon interessant und macht neugierig!
Verfasst am: 20. 09. 09 [15:06]
müllerin
Dabei seit: 01.07.2007
Beiträge: 196
Vedad Hadziabdic, Maitre d', Sommelier,
Quadriga, Berlin.
Ehemals Wolfsburg.

Jimmy Ledemazel, Maitre d', Käsepapst ?
Wolfsburg.

Da war doch etwas !
Verfasst am: 21. 09. 09 [21:14]
Trüffelchen
Dabei seit: 28.10.2007
Beiträge: 197
Keine "beste" Freunde ?
MkG
Verfasst am: 24. 09. 09 [20:26]
Trüffelchen
Dabei seit: 28.10.2007
Beiträge: 197
Vedad Hadziabdic ist Berliner Maitre des Jahres.
Das finde ich sehr beachtenswert.
Kein Michelin Stern im Hintergrund.

Alle aus der Hauptstadt geben mir recht.
Christian Lohse.
Sie den wirklich Besten zum Koch des Jahres gewählt.
Wir haben ihn schon eingemeindet.Charlottenburg.

MkG



Verfasst am: 13. 11. 09 [14:22]
pantagruel
Dabei seit: 02.02.2007
Beiträge: 22
aus gegebenem anlass hier mal ein "echter" beitrag von mir.
wir waren vor ca. 3 Wochen im nun besternten restaurant quadriga in berlin essen, und rundum begeistert.
das hotel ist eher intim, klassisch und das Restaurant zur lobby hin geöffnet, was man wohl unterschiedlich bewerten kann. wir jedoch saßen sehr gut.
was zuerst auffällt ist die profesinalität des service, vor allem des restaurantleiters Vedad Hadziabdic.
er berät die gäste in dem gut gefüllten Restaurant herzlich und mit viel sachverstand. die weinkarte ist ausschließlich mit deutschen weinen bestückt, weshalb der vdp hier jedes jahr sein "präsidenten"-dinner ausrichtet.
wir wählten die weinreise, welche vom anfang bis zum schluss stimmig war.
angeboten wurde lediglich ein menu, welches wir dann auch in vollem umfang(8 Gänge&2xamuse&petit fours& pralinen) bestellten.
das essen von Sauli Kemppainen lässt sich als neue nordische küche beschreiben, welche ja dank noma&co schwer en vogue ist.
da ich in skandinavien noch nicht das vergnügen hatte zu speisen, bin ich auf diesem gebiet kein ausgewiesener experte, muß aber sagen, dass mir die vielen skandinavischen/finnischen produkte gut gefielen.
viele gerichte haben einen eher säuerlich-süssen ton.
da es nun schon 2 wochen her ist kann ich hier nur noch die highlights beschreiben, aber alle gerichte waren durchweg technisch aufwendig und top gemacht, ließen einen klaren stil erkennen und waren sehr exakt angerichtet.
meine highlights:
-rote beete mit ziegenkäse und steinpilzen
-steinbutt mit königskrabbe, ravioli und parmesanschaum
(ja ich weiß, von wegen nordisch icon_wink.gif )
-rentier mit foin gras und einer finnischen art gewürzbrot
-ein joghurteis mit (tannenzapfensud?)
das schöne war-und das ist, finde ich, auch in der top gastronomie nicht selbstverständlich- dass wir alle(2frauen&2männer) weder hungrig noch zu voll( mit essen), sondern auf eine sehr angenehme art gesättigt waren.
für mich ist der stern(wie übrigens auch der andere berliner stern) definitiv verdient.
kg
pantagruel