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ALTES FORUM
Résidence** Essen
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Verfasst am: 25. 07. 08 [21:12]
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Garnelchen
Themenersteller
Dabei seit: 13.11.2007
Beiträge: 246
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Demnächst lockt wieder einmal das feine Restaurant Résidence in Essen-Kettwig. Der letzte Besuch dort liegt schon eine Weile zurück. Eigentlich waren wir dort immer von der aromaintensiven Küche Berthold Bühlers sehr angetan, wenn man von einer Ausnahme absieht. Anlässlich einer Gauguin-Ausstellung im Essener Folkwang-Museum meinte er doch tatsächlich, ein gleichnamiges Menu auf die Karte setzen zu müssen - eine leidige Spielerei , die wir aber unseren Freunden zuliebe mitmachten... Anscheinend hatte er damit aber Erfolg, denn es war nicht das letzte Mal, dass er passend zu einer Ausstellung ein namensgleiches Menu anbot.
Nun, das alles liegt also schon eine Weile zurück. Daher die Frage an die Forumianer: Wer war in letzter Zeit in der Résidence? Es ist erstaunlich ruhig geworden um das Haus. Hat das einen Grund?
Gespannt, Garnelchen
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Verfasst am: 26. 07. 08 [08:40]
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ifs2008
Dabei seit: 17.04.2007
Beiträge: 659
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klar hat das einen Grund, es hat einfach in den letzten Jahren keine Entwicklung gegebenm wobei andere gewaltige Sprünge gemacht haben. Immer mnoch stehen gute Produkte im Vordergrund, aber irgendwie zündet es nicht so... Es gibt einfach wesentlich interessantere Ziele.
Trine von verygoodfood hat sich nach Essen verirrt und gibt eine gute Momentaufnahme hier: verygoodfood.dk/2008/07/20/restaurant-residence/
KG
IFS
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Verfasst am: 27. 07. 08 [00:33]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Die Résidence hat mich in den letzten Jahren nie enttäuscht, auch wenn mein letzter Besuch schon fast ein Jahr her ist. Auch die Übernachtungsmöglichkeiten (Empfehlung: die Suite im DG) sind in Ordnung, so dass man dort einen wirklich schönen Abend verleben kann.
Allerdings muss ich IFS2008 (wieder einaml) recht geben, dass dort keine grosse Entwicklung zu erkennen ist, so dass das Restaurant im Vergleich zu anderen Kultstätten der Kochkunst etwas ins Hintertreffen gerät. Gemessen an anderen Restaurants im Pott (wie z.B. das seines "Lehrmädchens" in Schlosshotel Hugenpoet) oder selbst in DDorf muss sich das Résidence allerdings nicht schämen.
Ein Ausflug nach Bensberg oder Osnabrück zeigt allerdings, dass der Feind des Guten das Bessere ist
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.07.2008 um 00:36.]
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Verfasst am: 15. 09. 08 [23:28]
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owagner
Dabei seit: 30.01.2008
Beiträge: 17
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Ein Besuch der Résidence in Essen-Kettweg, sicherlich eines der besten Häuser in Deutschland, ist mir jedesmal, trotz der etwas enervierenden Anfahrt, ein besonderes Vergnügen.
Der Service, exakt ausbalanciert zwischen Liebenswürdigkeit und Verbindlichkeit, hat eindeutig Referenzniveau (derartig, dass man neuen Servicekräften, obwohl sicherlich diensterprobt, gelegentlich die Anstrengung der Anpassung an die Standards des Hauses anzusehen glaubt). Die Räumlichkeiten sind von einer edlen, stimmigen Eleganz.
Die Weinkarte mit bestimmt über 800 Positionen enthält, neben einigen Albernheiten wie einen Château Petrus für 6500€, eine respektable Auswahl trinkbarer Tropfen im akzeptablen Preisrahmen, inklusive einer kleinen Auswahl halber Flaschen. Sommelier Alfred Voigt schreibt aber in jedes Menü eine Weinempfehlung, der man bedenkenlos vertrauen kann und reicht auf Anfrage auch gerne glasweise ausgewählte Tropfen, wenn es z.B. mal ein Glas Süßwein zur Gänseleber sein darf, denen mit dem schnöden Begriff "offener Wein" irgendwie unrecht getan wäre. Die Digestifauswahl ist umfangreich, zum Aperitif wird in der Regel Roederer angeboten oder je nach Jahreszeit ein ausgewählter Rosé-Champagner.
Es wurde gelegentlich kritisiert, dass die Küche der Résidence -- unter der Leitung von Henri Bach -- in den letzten Jahren zuwenig Entwicklung gezeigt hätte und so hinter andere Häuser in Deutschland zurückgefallen sei. Das mag ich, mangels Dauer des Rückblicks, nicht beurteilen, wobei ich allerdings in der Résidence noch nie das Gefühl hatte, dass es mit der Kreativität und dem Unterhaltungswert der Speisen nach dem Amuse rapide bergab ging -- etwas, das mir relativ oft zu passieren scheint. Das aus meiner Sicht immer noch hervorstechendste Merkmal der Küche Henri Bachs ist, mit welcher Klarheit Aromen geradezu herausgemeisselt werden, so dass selbst klassischen Kompositionen ganz neue Aspekte abgewonnen werden. Die Präsentation der Gerichte ist jedesmal comme il fault.
Eher schon zwiespältig ist eine andere Eigenheit des Hauses, und zwar das aufrichtige Bemühen, auch ganz ganz sicher zu stellen, dass niemand hungrig das Restaurant verlassen muß: So werden zum 7-gängigen Menü, an sich aufgrund der Aufteilung schon eine richtige Herausforderung, mal eben 3 Amuse aus der Warmen Küche und 2 aus der Pâtisserie gereicht, und der Käsewagen nach dem Hauptgang fehlt auch nicht. Alles in allem ist das manchmal schlicht und ergreifend fast -- zuviel. Schade vorallem, da mir aufgrund der durchgängig hohen Qualität das Selektieren nicht leicht fällt.
So beginnt der Abend gleich mit "Drei Köstlichkeiten", einer Auswahl zum zum Aperitif gereichter Canapés, die gleich vorneweg klarstellen, dass mit aromatischer Langweile nicht zu rechnen ist. Dazu kommt ein herrlich frisch schmeckendes dunkles Brot mit gesalzener Butter, zu dem im Laufe des Menüs auch verschiedene hausgemachte Brötchen angeboten werden (mein Favorit: das Laugenbrötchen).
Als zweites (oder erstes, je nach zählweise) Amuse Bouche kam, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, ein Tartar vom Bachsaibling mit Tomatenterrine.
Weiter gegrüßt wurde mit einem Kürbisschaumsüppchen. Sehr lecker, auch wieder ein schönes Beispiel der bei Bach so typischen Aromenkonzentration.
Das Menü begann dann mit marinierten und sautierten Jakobsmuscheln mit Pesto vom Bockshornklee. Bei den Jakobsmuscheln bemerkt man oft ein weiteres Markenzeichen der Bachschen Küche: der gelegentlich nicht zurückhaltende, aber immer doch noch stimmige, Umgang mit dem Salz.
Weiter ging es mit Steinbutt und Entenmuscheln im Sud von Artischocken und Steinpilzen. Eine schöne Idee, die zum Steinbutt passende Säure wird geliefert von den leicht bitteren Poweraden.
In Sesam gebratener Seeteufel mit Tomaten-Pfefferchutney und Curryschaum. Wiederum ein echtes Aromenfeuerwerk.
Es folgte, quasi als Zwischen-Amuse, Nacken vom Iberico-Schwein.
Etwas ungewöhnlich für ein 7-Gang Menü ist, dass in der Résidence auf ein Sorbet oder o.ä. verzichtet wird und stattdessen zwei Fleischgänge in einer Art Doppelhauptgang gereicht werden.
Zuerst kam Falsches Filet vom Angus Beef mit Lammohrsalat und Cous-Cous. Wirkt sehr klassisch, angenehm.
Als "echter" Hauptgang folgte Milchkalbskotlett mit Gänseleber, Weinbergpfirsich und Rosmarin auf Tagliatelli vom grünen Spargel. In der Summe einen Tick zuviel Fett für meinen Geschmack.
Normalerweise kommt hier der Käse vom Wagen, in großer (und kompetent dargebotener) Auswahl. Ich habe allerdings diesmal verzichtet.
Weiter ging es mit den Kreationen der Pâtisserie: Zuerst süßlich mit Creme von Nougat und Tonkabohnen mit Brombeersorbet.
Danach Cannelloni von der Kokosnuss mit gefüllten Schokoladenblättchen und Hibiskuseis. Gerade letzteres ein anregend-erfrischender Abschluß.
Nach dem Menü folgen traditionsgemäß noch zwei Amuse aus der Pâtisserie: Ein Stück Torte oder eine Praline vom Wagen (ich empfehle die exotische Früchtetorte) und ein großer Trüffel, der dankenswerterweise aber zur Mitnahme gereicht wird.
Rating: #17 (FFFF+/17/**/hhhh/XXXX+/VVVV)
Wein: 2006er Grüner Veltiner Käferberg, Fred Loimer; 2003er Spätburgunder Birkweiler Kastanienbusch, Dr.Wehrheim (beide Empfehlung zum Menü)
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.2008 um 16:50.]
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Verfasst am: 16. 12. 08 [22:15]
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soriso
Dabei seit: 16.12.2008
Beiträge: 62
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Garnelchen schrieb:
Nun, das alles liegt also schon eine Weile zurück. Daher die Frage an die Forumianer: Wer war in letzter Zeit in der Résidence? Es ist erstaunlich ruhig geworden um das Haus. Hat das einen Grund?
Gespannt, Garnelchen Hallo,
ich könnte die "Residence" (fast) zu Fuß erreichen.
Fraglos ist die Residece nach dem Weggang von Thomas Bühner aus dem La Table das beste Restaurant im Ruhrgebiet. Sonst gibt es ja hier in Bezug auf wirkliche Goumetadressen nur noch Wüste.
Dennoch passiert es nur ganz selten pro Jahr, dass wir da einkehren.Vor 2 Wochen war ich aber da.
Von 3 Gängen hatte einzig ein perfekt zubereiteter Steinbutt die 2 Michelinsterne verdient. So auch die Auffassung meines Begleiters.(Gastgeber) Ein daumengroßes Stück Hummer von einer riesigen Hummerscheere begleitet (strohig wie fast immer/überall) war zu einem Drittel pappig. Der Geschmack war ok.
Eine Variation von Gänseleber warm/kalt.
Kalt eher belanglos.
Warm war ein Reinfall. Innen wabbelig fast flüssig. Wurde reklamiert und der nächste Versuch war nicht besser als zuvor.
Unglaublich für eine solche Adresse.
Zitat Dr.Kimble: Ein Ausflug nach Bensberg oder Osnabrück zeigt allerdings, dass der Feind des Guten das Bessere ist.
So ist es und das galt auch für Thomas Bühner im La Table. Da waren wir fast monatlich. Sein Wechsel nach Osnabrück ist für uns ein Jammer.
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Verfasst am: 16. 12. 08 [22:46]
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owagner
Dabei seit: 30.01.2008
Beiträge: 17
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soriso schrieb: ich könnte die "Residence" (fast) zu Fuß erreichen.
Ich neide.
Der Gault Millau hat ja nun wieder aufgewertet. Nachdem Herr Bach in der letzten Zeit ein wenig Molekularküche ins Programm genommen hat, bleibt jetzt die Frage, wieviel Punkte im nächsten Jahr darob entzogen werden
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Verfasst am: 14. 04. 09 [10:49]
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Hedonist
Dabei seit: 17.12.2007
Beiträge: 96
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Die Osternvöllerei fand gestern endlich ihren verdienten Abschluss!
Die Vorfreude steigt, denn Ende der Woche werde ich die Residence in Kettwig besuchen. Trotz regionaler Nähe zum ersten Mal. Ich bin sehr gespannt und werde natürlich berichten.
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