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ALTES FORUM
Burg Wernberg
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Nachricht |
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Verfasst am: 27. 01. 08 [17:44]
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morchel
Themenersteller
Dabei seit: 16.11.2007
Beiträge: 0
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Hallo, liebe Forumsteilnehmer,
so, da sind wir also zurück von der Burg. Und ich sage Ihnen gleich: Wir waren bemüht. Sehr bemüht, Negatives zu finden, um diversen Zwischenrufen gerecht zu werden. Ich fürchte, wir sind gescheitert.
Frisch erholt vom Urlaub waren Jürgens und sein Team heute in Topform. Das hat uns fast unglücklich gemacht. Wir wollten doch unbedingt was zum Kritisieren finden.
Kritikpunkt 1: Der Weg vom Parkplatz hinauf zur Burg. Ein gefahrenvoller Weg für Frauen mit Stöckelschuhen. Fast nicht zu bewältigen ohne Bänderriss. Johannes Heesters, dokumentierter Gast auf der Burg, hatte bestimmt eine Privatsänfte.
Wie auch immer – wir haben das Wintermenü genossen. Vorher kamen folgende Grüße:
1. vier verschiedene „Mini-Brote“ mit unterschiedlichen Aufstrichen. Unspektakulär, aber sehr frisch und lecker.
2. Pulporagout mit Sardinen-Kartoffelchip. Extrem gut. Der lauwarme Pulpo war in einer Paprika-Suppe. Der Kartoffelchip sorgte für zusätzliche Knackigkeit.
3. Salatvariation – eine minimalistische Variante von Jürgens ähnlicher Vorspeise. Vier Löffel, gefüllt mit vier Salaten, kamen an den Tisch. Rote Bete, Karotte-Apfel, asiatisch aromatisierter Spitzkohl und mit Kräutern gefüllte Kirschtomate. Sie müssen verzeihen. Aber da bin ich voll die Zielgruppe.
Kein Kritikpunkt gefunden.
Das Wintermenü:
1. Räucheraal auf Gurke, Salsa verde, Meerrettich und Radieschen. Eine runde Komposition aus dem leicht salzigen Aal, dazu knackige Gurken und Radieschen für die Textur. Der Meerrettich harmonierte herrlich mit der Salsa verde, die einen leichten Geschmack von Apfel beisteuerte.
2. Jakobsmuschel auf Maronenpüree, Sellerieschaum, Quitte und Mandelgelee. Das komplexeste Gericht von allen. Die Jakobsmuschel war vom Mandelgelee umhüllt. Das Mandelgelee war uns persönlich zu fest. Beim ersten Mundkontakt hatte ich ein wenig Angst um meine Ersatzteile im Gebiss. Dennoch: wunderbar durchkomponiert. Die Süße des Gelees, der Quitten, Maronen und letztlich auch der Jakobsmuschel wurde aufgewogen durch den eher deftigen Sellerieschaum. Für ein wenig Biss sorgten Maronenstückchen im Püree.
3. Kross gebratener Loup de mer auf Rucolafond mit Artischocken und Tomatenfilets. Im Menü der dritte Gang, in dieser Folge bekam ihn auch mein Mann. Für mich war es später der Hauptgang. Für uns beide das Highlight des Menüs. Mein bisheriger Kritikpunkt (siehe mein erstes Posting), der sich darum dreht, dass ich Jürgens bisherige Fischgerichte eher tendenziell fade fand, hat sich damit erübrigt. Der Loup de mer kam sehr deftig daher, der Rucolafond hatte etwas vom Pesto, die Artischocken brachten Biss und die Tomatenfilets Süße. Wunderbar rund und einfach nur gut.
Mein dritter Gang: die berühmte Kartoffelkiste auf Trüffelmousseline und gehobeltem Perigord-Trüffel. Dieses Gericht, eines der bekanntesten von Jürgens habe ich mir als Alternative für nachfolgende Fleischgerichte gewünscht. Ein Garant für Wohlgeschmack. Beim Öffnen der Kiste fließt Eigelb, das sich mit der Trüffelmousseline zu einem fast wolllüstigen Brei vereint. Die frittierten Kartoffelwände bringen ein wenig Deftiges. Ursprünglich wäre das Gericht mit Kalbsbries gekommen. Als Fleischverneinerin habe ich dafür die gehobelten Trüffel bekommen. Kein schlechter Tausch finde ich.
4. Gänseleber mit Himbeeren auf belgischen Endivien für meinen Mann. Zitat Mo-Ma: „Was soll ein **Sterne-Koch da schon verkehrt machen können?“ Können wir leider auch nicht unter Kritik verbuchen. Mein Mann verfiel beim Essen übrigens wieder in die übliche Sprachlosigkeit.
Mein Gang: Emincé vom Kabeljau mit Räucherlachs und Kaviar. Auch das wieder ein Spiel aus Aromen und vor allem Texturen. Es kam denn wieder die Gurke ins Spiel, die dem Ganzen Biss verlieh. Wer jetzt ein zweites Mal Gurke liest und gleich Kritisches schreit, möge bedenken, dass es meine zickige Fleischverweigerung war und nicht das vorgesehene Menü. (Ille repetitio placet.)
5. Rücken vom Limousin-Lamm mit Kräuterglacé für meinen Mann. O-Ton: „Sehr gut, aber sehr übersichtlich.“ Das ist hiermit der zweite Kritikpunkt. Ich selbst hatte jetzt den oben beschriebenen Loup. Dritter Kritikpunkt nebenher, stammt ebenfalls von meinem Mann (Sie sehen, wir waren wirklich bemüht): Das Restaurant scheint nur über eine Handvoll Musik-CDs zu verfügen. Inzwischen kennen wir das ganze Repertoire. Um 14 Uhr ist Dvorak dran.
6. Marmorsoufflé auf Cassisfeigen. Oh mei, wie der Bayer sagt, da war so gar nix mit Kritik. Ehrlich nicht. Gott war das gut. Saugut.
Zum Kaffee statt Petit fours ein Kuchenbrett mit – wir haben gezählt – 13 verschiedenen Mini-Kuchen und –Torten. (Soll man die Zahl 13 als Kritikpunkt nehmen? Wir waren unsicher und stellen es hier einfach in den Raum. ) Meine Passionsfrucht-Torte hat mir die Sonne in den Mund und Magen gezaubert. Eine Leistung angesichts des Wetters hier und heute.
Noch zum Thema Jürgens: Im Moment werden Verhandlungen mit einem Nachfolger geführt, die noch nicht abgeschlossen sind. In angeblich spätestens zwei Monaten wird dieser dann bekannt gegeben. Es scheint so, dass es jemand sein wird, der im Moment einen Stern hat und Ehrgeiz auf mehr. Wir sind gespannt und werden den Neuling sicher testen.
Sorry liebe Forumianer – es war traumhaft heute. Zumindest für uns beide.
Einen schönen Restsonntag wünschen
Morchel und Morchel-Mann
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.01.2008 um 19:48.]
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Verfasst am: 28. 01. 08 [12:53]
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ifs2008
Dabei seit: 17.04.2007
Beiträge: 659
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Freut mich, werte Morchel, dass es Ihnen bei Jürgens so gut gefallen hat. Aufgrund der Lage bislang eine fehlende Erfahrung... Kann man etwas über Handschrift, etc. sagen? Hört sich ja insgesamt recht klassisch an...
Wie ist die Küchenleistung einzuordnen? Keine Kritik kann 2* oder 3*, oft sogar nur einen 1* bedeuten? Vergleichspunkte?
Kostenpunkt?
Weine?
Ambiente?
Wie lange ist Jürgens denn definitiv noch dort?
Fragen über Fragen...
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.01.2008 um 12:55.]
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Verfasst am: 28. 01. 08 [16:03]
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morchel
Themenersteller
Dabei seit: 16.11.2007
Beiträge: 0
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Hallo IFS,
"klassisch" gefällt mir nicht so als Charakterisierung. Ich würde eher sagen "regional". Der Loup de mer gestern war sicher nicht die Regel. Ich hatte dort schon Huchen und Ähnliches. Auch diese kleinen Brote gestern als Auftakt hatten was von einer "ländlichen Brotzeit". Teils waren sogar Radieschen drauf.
Die Räumlichkeiten sind in meinen Augen traumhaft schön, nur Arnsbourg gefällt mir noch besser. Der Raum ist relativ großzügig und in sich noch einmal gegliedert, alles in weiß, sehr schlicht und erholsam fürs Auge. Bei schönem Wetter hätte man eigentlich eine schöne Aussicht, allein, JEDESMAL wenn wir dort waren, war schlechtes Wetter.
Das Herbstmenü (6gängig) hat 128 Euro gekostet. Eher im oberen Bereich, würde ich sagen. Für das, was geboten wurde, fanden wir es aber noch ok.
Von Weinen verstehe ich leider nicht viel. Ich hab noch nicht mal in die Weinkarte geschaut, und ich kann Ihnen leider auch nicht sagen, was ich getrunken habe. Irgendeinen fränkischen Weißwein. Nicht so mein Ding. Ich trinke mittags nie viel, da mir zu dieser Tageszeit der Alkohol sofort in den Kopf steigt.
Sterne, Bewertung, hm. Ich persönlich finde das ziemlich schwierig und habe mich bei solchen Dingen in der Vergangenheit immer zurückgehalten. Fakt ist, wir waren sicher 6mal dort, und es gab nie einen "Aussetzer". Sicher das ein oder andere, was uns mal nicht so gefallen hat, aber kein "Das geht ja gar nicht", was wir in anderen entsprechenden Restaurants durchaus schon hatten.
Ich persönlich halte die ** für absolut berechtigt, und wir haben uns gestern darüber unterhalten, dass wir beide, also mein Mann und ich, 18 GM für angemessen sehen würden (er hat im Moment nur 17). Was man allerdings dazu sagen muss: Wir waren immer nur mittags dort, wo es dort immer recht entspannt zugeht. Ob die Qualität unter Hochdruck an einem Samstagabend abnimmt, wissen wir schlichtweg nicht. Gerade wegen solcher Dinge bin ich recht vorsichtig mit solchen Urteilen.
Wie lange Jürgens noch dort ist, konnte uns keiner genau sagen. Uns ist gesagt worden, voraussichtlich bis ca. März/April. Da noch kein Nachfolger offiziell feststeht, und am Tegernsee noch die Küche umgebaut werden muss, wird das scheinbar recht flexibel gehandhabt.
Hoffentlich hab ich alle Fragen ausreichend beantwortet. Den "Weinausfall" bitte ich zu entschuldigen.
Herzlichen Gruß
Morchel
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Verfasst am: 28. 01. 08 [19:24]
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merlan
Dabei seit: 28.08.2007
Beiträge: 448
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Morchel schrieb:
Wir waren bemüht. Sehr bemüht, Negatives zu finden, um diversen Zwischenrufen gerecht zu werden. Ich fürchte, wir sind gescheitert.
Ich glaube, werte Morchel, dass ich mich jetzt auch melden muß, weil ich doch mit der Krittelei an Jürgens angefangen habe. Aber das sollte auf keinen Fall dazu führen, dass Sie sich bemüht haben, Negatives zu finden. Eine schreckliche Vorstellung! Aber ich glaube, so ernst war Ihre Aussage auch nicht gemeint.
Also, ich freue mich sehr für Sie und Ihren MoMa (nett!), dass Sie so einen tollen Sonntagmittag auf der Burg hatten. So wollen wir das doch alle haben, wenn wir auf Tour gehen; leider, leider wird aber hin und wieder die Erwartung nicht erfüllt, warum auch immer, wir sprachen darüber.
Sei´s drum! Der Jürgens kann offensichtlich groß aufkochen, Sie geben ihm ** und 18 GM, diese Wertung ist uns wichtig und wir schauen gespannt Richtung Tegernsee!
Beste Grüße, Merlan
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Verfasst am: 29. 01. 08 [17:29]
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sphérico
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 481
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Werte Morchel,
herzlichen Dank auch von mir für Ihre schöne Beschreibung. Noch mehr freue ich mich jetzt auf einen schönen Sommer-Mittag am Tegernsee-Westufer. O.k., auchgespannt auf die Kartoffelkiste...
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Verfasst am: 07. 02. 08 [20:43]
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merlan
Dabei seit: 28.08.2007
Beiträge: 448
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Werte Morchel und alle anderen Jürgens-Fans!
Ich habe ´was für Sie: Im neusten apéro ist ein wunderschön fotografierter Bericht über Christian Jürgens auf Burg Wernberg nebst fünf tollen Rezepten.
Beste Grüße, Merlan
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Verfasst am: 12. 02. 08 [09:45]
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BurgWernberg
Dabei seit: 28.01.2008
Beiträge: 2
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Zitat:
"Wie lange Jürgens noch dort ist, konnte uns keiner genau sagen. Uns ist gesagt worden, voraussichtlich bis ca. März/April. Da noch kein Nachfolger offiziell feststeht, und am Tegernsee noch die Küche umgebaut werden muss, wird das scheinbar recht flexibel gehandhabt."
Grüß Gott Zusammen und herzlichen Dank für Ihre Diskussion um den Wechsel unseres Küchenchefs Christian Jürgens.
Ich erlaube mir ein wenig zur Transparenz beizutragen. Herr Jürgens ist bis Mitte Mai noch auf der Burg tätig.
Wir werden rechtzeitig einen qualifizierten Sternekoch als Nachfolger vorstellen, die Burg wird weiter eine der ersten Gourmetadressen bleiben.
Mit den besten Empfehlungen
BurgWernberg
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Verfasst am: 12. 02. 08 [11:43]
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LosWochos
Dabei seit: 06.11.2007
Beiträge: 9
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@ BurgWernberg,
herzlichen Dank für Ihre Info. Dann müssen wir uns doch noch vorher auf die tolle Burg begeben. Anscheinend war ja die Familie Conrad in einem Müncher Restaurant zum essen, da der dortige Küchenchef Interesse gezeigt hat, genauso wie ein ehemaliger Küchenchef vom Königshof. Aber wie wir alle ja wissen, gemunkelt wird vieles.
Herzliche Grüße auf die Burg
LosWochos
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Verfasst am: 12. 02. 08 [12:33]
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morchel
Themenersteller
Dabei seit: 16.11.2007
Beiträge: 0
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BurgWernberg schrieb:
Wir werden rechtzeitig einen qualifizierten Sternekoch als Nachfolger vorstellen, die Burg wird weiter eine der ersten Gourmetadressen bleiben.
Wow, liebe Burg,
das ist ja schön, dass Sie auch hier sind! Es wäre wunderbar, wenn Sie den Nachfolger, wenn er denn bekannt ist, hier kommunizieren.
By the way: Kann ich da noch Wünsche anmelden?
Unernste Grüße
Morchel
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Verfasst am: 14. 02. 08 [23:16]
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sphérico
Dabei seit: 04.12.2006
Beiträge: 481
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@BurgWernberg
Werte Familie Conrad,
gerne hilft München mit Nachschub in der Küche aus.
Aber bittebittebitte Finger weg von Haas und Stüttgen.
Im Angebot hätten wir dafür Corti, Urbansky Eisenmann und Ederer...
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.2008 um 23:19.]
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