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Königshof

Autor Nachricht
Verfasst am: 10. 11. 09 [15:50]
besseresser
Dabei seit: 29.01.2007
Beiträge: 125
Werter Herr Sternentor,

ob Sie besser gegessen haben als ich, kann ich nicht beurteilen.

Bis auf das Soufflé vom Blaumohn hatte ich gänzlich andere Gerichte gewählt. Und auch besagtes Soufflé stellt für mich - obgleich gut - sicher nicht die Referenz dar. Handwerklich ebenso fehlerlos wie die Gänge und Suppléments zuvor, haben mich einmal mehr die Aromen und deren Zusammenstellung nicht überzeugt.

Nun ist Blaumohn wahrlich keine Aromenbombe. Aber durchaus fein, oh ja! Gerade diese feine Typik hätte ich aber dann doch gerne auch sauber herausgearbeitet gesehen. Aus meiner Sicht die einzige Chance, um mit dem gereichten, fein cremig säuerlichen Sauerrahmeis und den gebackenen und eingelegten Kirschen als (zu) starkem Kontrast mithalten zu können. Bei den gebackenen Kirschen stellte sich zudem das hier gleichfalls bereits diskutierte Problem des leichten Fettgeschmacks als Resultat des Ausbackvorgangs.

Dieser Ausschnitt aus meiner - wie ich meine - konstruktiven Kritik mag sich kleinlich anhören. Das Haar in der Suppe such(t)e ich dennoch nicht. Letztendlich ist für mich entscheidend, ob mich eine Küche erreicht oder nicht. Der Königshof tat es an diesem Abend nicht. Solch’ vermeintliche Kleinigkeiten wie geschildert können dazu beitragen, dass meine Sinne nicht verführt werden. Ich merke das dann stets sofort. Der Grund erschließt sich mir allerdings immer erst nach längerem Nachdenken.

Andere mögen das anders sehen. Für mich jedenfalls galt: Sämtliche Gerichte ließen mich weder in wollüstiger Opulenz des Altbekannten schwelgen noch über ideenreiche Neuerungen staunen. Es war wie eine Wippe, die stets in der Schwebe bleibt und zu keiner Seite ausschlägt oder anders: nirgendwo ein Spannungsbogen.

Meine Sicht der Dinge mag an meiner Verwöhntheit liegen. Da bin ich durchaus selbstkritisch. Für 300,00 EUR am Abend p.P. in einem „Einsterner“ will ich die dann aber auch bedient, meine Kritik hingegen nicht als allgemeingültig anerkannt wissen.

KG
Besseresser
Verfasst am: 10. 11. 09 [17:43]
sternentor
Dabei seit: 03.10.2009
Beiträge: 15
Werter Herr Besseresser,

danke für die konstruktive Kritik. Schade , dass wir nur ein Gericht gemeinsam hatten. Am Objekt selbst lässt sich besser diskutieren. Ich hatte beim Blaumohn ein äußerst angenehmes Mundgefühl, kleine knackige Mohnpartikel (vermahlen). Ich fand das schon recht fein herausgearbeitet. Mit dem Typus Fettgeschmack im Dessert mögen Sie sicher recht haben. An die ausgebackenen Kirschen kann ich mich leider nicht erinnern, frage aber mal bei meiner Begleitung nach. Gleich aufschreiben ist doch die bessere Methode (für mich).

Beste Grüße!

Herr Sternentor
Verfasst am: 16. 11. 09 [16:50]
sternentor
Dabei seit: 03.10.2009
Beiträge: 15
Werter Herr Besseresser,

jetzt muss ich schon einmal nach hacken, da Sie so präsent, wortgewaltig und "verwöhnt" geantwortet haben und ich ganz klein ob meiner Esserfahrung geworden bin.

Meine Begleitung und die Küche vom Königshof (kleine Nachfrage, hihi) wussten nichts von ausgebackenen Kirschen mit möglichem Fettgeschmack in diesem Dessert. Könnten Sie sich wohl getäuscht haben?

Nochmals: ich kenne nur wenige Restaurants in Bayern die so großen Wert auf Produktqualität legen wie der Königshof, eben auch das von mir ebenso präferierte Gastronomique in Heroldsberg.

Beste Grüße

Herr Sternentor
Verfasst am: 16. 11. 09 [18:16]
besseresser
Dabei seit: 29.01.2007
Beiträge: 125
Werter Herr Sternentor,

schön, dass Sie dran bleiben. Ich hatte schon gewartet. Und bitte, ich wollte weder einschüchternd noch "von oben herab" schreiben. Hierzu besteht kein Anlass. Zu einem präsenten, prägnanten Ton hingegen schon, wenn man Meinungen äußert.

Zur Sache: Ich denke nicht, dass ich mich geirrt habe. Mir ist der Geschmack der ausgebackenen Frucht noch heute erinnerlich - ich stockte kurz und unterhielt mich dann weiter mit M. Thuriot.

Wenn Sie das Thema Produktqualität ansprechen: Diese ist im Königshof wirklich (meist) sehr hoch. Kleine Ausnahmen gibt es aber auch, wie etwa das nicht selbst gebackene Baguette. Da befindet sich das Haus aber zugegebenermaßen in manch "guter" Gesellschaft. Im Übrigen: Ob die Küche Fette oder Öle zum Ausbacken einzelner Komponenten verwendet oder nicht, hat mit dem Thema "Produktqualität" nichts zu tun, sondern vielmehr mit der hierdurch erreichten meist dominanten Geschmackstypik. Diese kann - wie von mir empfunden - eben das ein oder andere mal geschmacklich "anecken".

Nun das Wichtigte zum Schluss: Entscheidend ist doch allein, ob einem ein Abend im Königshof gefallen hat oder nicht. Ich freue mich mit Ihnen, dass Sie mir hier ein deutliches Stück voraus sind. Gerne hätte auch ich eine Freude vergleichbar der Ihren verspürt. Zufrieden war ich gleichwohl. Aber wie war das noch mit dem verflixten "Verwöhntsein".....

KG
Besseresser



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.11.2009 um 18:19.]
Verfasst am: 17. 11. 09 [18:53]
sternentor
Dabei seit: 03.10.2009
Beiträge: 15
Werter Herr Besseresser,

nachdem Sie auf eine PN nicht geantwortet haben, sehe ich zwei Möglichkeiten: Sie schreiben gerne und gut und beschreiben dabei zumindest in Sachen ausgebackene Kirschen Dinge die Sie nie auf Ihrem Teller hatten. Sei Ihnen verziehen, wenn man dass als lang angelegten ironischen Hinweis zu verstehen hat. Wenn nicht, so haben Sie die von mir angelegte Brücke nicht gesehen und sind in den kulinarischen Abgrund (oder Glaubwürdigkeit?) gestürzt.

Wenn Sie im Fall des Baquette im Königshof nicht erkennen, dass dies mit das beste seiner Art östlich von Paris ist, dann erzeugen Sie bei mir weitere deutliche Zweifel an Ihrem "verwöhnten" Gaumen.

Einverstanden bin ich mit dem Gefallen des Abends - liegt bei mir aber auch sehr an meiner Begleitung - waren Sie allein essen?

Mit besten Grüßen

Herr Sternentor
Verfasst am: 17. 11. 09 [23:35]
sternentor
Dabei seit: 03.10.2009
Beiträge: 15
Werter Herr Besseresser,

ich würde gerne den letzten Abschnitt meiner Ausführungen mit Bedauern zurück ziehen und mich für die möglicherweise zu persönliche Wortwahl entschuldigen.

Gute Nacht!

Herr Sternentor