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ALTES FORUM
Restaurants in der Euregio (Raum AC/MG, Ost-B, NL-Limburg)
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Verfasst am: 21. 10. 09 [00:43]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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@NRWGourmet
Es freut mich, dass es Ihnen gefallen hat, denn das Charlemagne ist im Raum AC sicher eine klare Empfehlung, die aber leider ja nur abends geöffnet hat, weshalb ich dort nur noch selten zu Gast bin.
Was mich kaum überrascht ist, dass einige Gerichte seit über 5 Jahren auf der Karte sind. Das ist zwar teilweise positiv, zeugt aber andereseits auch nicht unbedingt von sprühender Kreativität.
Beim Service habe ich noch eine Frage: Sind Sie sicher, dass es die "Chefin" (Frau Weisshaupt) war ? Meinen Informationen nach ist sie nämlich (begründetermassen) nur noch im Bistro anzutreffen.
Im übrigen muss auch ich noch einen Bericht zum La Becasse nachliefern. Vorab gesagt, war es ingesamt ein sehr schönes Erlebnis mit einigen (unnötigen) Schwächen.
PS
Sie schrieben "sehr gut gewürzt" ... gibt es im Charlemagne aktuell immer noch die verhängsnisvolle Affäre mit dem Salz ?
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Verfasst am: 21. 10. 09 [22:47]
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nrwgourmet
Dabei seit: 28.10.2008
Beiträge: 16
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@Dr.Kimble
Ich find es nicht schlimm wen so ein Haus klassiker immer auf der Karte bleibt und finde es sogar positiv und von mangelnder Kreativität habe ich auf der Speisekarte nichts aus machen können.
Ja es war die Chefin Persönlich da.
Und ich fand es nicht verhängnisvoll ich meinte damit auf den Punkt abgeschmeckt kräftig aber nicht zu salzig angenehm. Also ich kan es nach diesem Abend nur weiter empfehlen und sagen ein besuch lohnt sich .
Vielleicht schaffen sie es ja auch mal wieder dort hin auch wen es nur Abend geöffnet hat, ihre meinung wirde mich interresieren vorallem wen sie erst vor kurzen im La,becasse waren der vergleich von beiden aus ihrer sich würde mich neugirieg machen.
Mit freundlichen grüssen
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Verfasst am: 05. 11. 09 [21:20]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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@nrwgourmet
Ich war mittlerweile auch nochmals im Charlemagne, Bericht folgt (aber erst kommt noch der vom Becasse)
Zwischendurch (quasi zur Überbrückung der Werbepause) noch ein Bericht zum Bistro "Petit-Charlemagne", das sicherlich in Aachen zu den Top5 zählt (was keine so große Kunst ist )
Mittags in Aachen frisches Essen (außer Pizza )zu genießen ist schon eher ein schwieriges Unterfangen. Mehr als ein Dutzend Lokale gibt es da eher nicht (was für eine Region mit einer halben Mio. Einwohner ohne große Nachbarstädte eigentlich eher erstaunlich ist). Und wenn die Küche etwas anspruchsvoller sein soll, gibt es eben nur das besternte Becasse und den "kleinen Ableger" vom Charlemagne, der somit in der Innenstadt konkurrenzlos ist.
Das Bistro "Petit Charlemagne" besteht aus 2 Ebenen, die untere ist bistroartig und recht eng die obere hat dann schon eher Restaurantcharakter.

Da die Karte in beiden Ebenen gleich ist und die Küche oben angesiedelt empfiehlt sich aus meiner Sicht, einen Platz im 1.OG zu wählen (zumal man dann auch einen schönen Blick über den Elisengarten hat). Das schließt dann auch direkt eine besondere Serviceerfahrung mit ein, denn hier bedient kein geringerer als das französische aachener Urgestein JM. Man kennt ihn noch aus dem Becasse, wo er gefühlte 100 Jahre Servicechef war. Sein Umgang mit Gästen hat sich aber deutlich gewandelt, da er nun weniger Zeit hat und es wohl auch wie bisher nicht gewünscht ist. Das mag der eine positiv, der andere negativ empfinden. Eine besondere Erfahrung ist der Service aber meist trotzdem.
Die Weinkarte ist recht übersichtlich, bietet aber dafür eine Reihe von bezahlbaren (20-70 €) und grundsätzlich gut trinkbaren Weinen. Leider ist aus meiner Sicht die Detailauswahl etwas misslungen und die Weine etwas jung (Weiss 2007/2008, Rot 2006/2007). Hier sollte man beim nächsten Nachkauf vielleicht noch mal ein paar Gedanken investieren, wobei die Idee der günstigen Weine schon passend ist.
Die fehlende Detailarbeit setzt sich leider auch in der Küche fort. Auf das Amuse verzichtet man ganz, so dass es hieran auch nichts zu kritisieren gibt
Ein „Thunfisch mit Spitzkohl“, der derzeit empfohlen wird ist so ein Beispiel für ein gewisses Maß an Lieblosigkeit. Die Portion war viel zu groß geraten (Modell rheinische Kohlroulade) und leider geschmacklich vollkommen nichtssagend. Der dazu gereichte Salat wirkte etwas deplatziert aber vor allen Dingen war die Vinaigrette viel zu sauer (dabei gibt es bei BOS doch so tolle Aceto ). Insgesamt hatte das eher den Charme einer Sättigungsportion in einem gehobenen Ausflugslokal.
Aber es ging auch anders. So gab es auf der Karte z. B. eine qualitativ sehr gute Jakobsmuschel mit Chicorée in einer dazu perfekt abgestimmten süßen, aber kräftigen Soße. Dieser Gang könnte auch problemlos so abends im „großen Restaurant“ serviert werden. Leider blieb er die Ausnahme …
Der Hauptgang, ein irischer Lammrücken mit Rosmarin-Polenta und Basilikumjus klang toll, war aber eher nichtssagend. Keinesfalls schlecht zubereitet, aber irgendwie fehlte der „Pfiff“ daran, einfach langweilig. Das mag z. T. dem Produkt geschuldet sein, aber vor allen Dingen der Zubereitung. Hier hätte man wohl mit geringen Änderungen deutlich mehr daraus machen können.
Auch beim Käse und Dessert setzte sich das Mittelmaß weiter fort (gute Auswahl, aber nichtssagende Qualität). Die Krönung waren schließlich ein paar Stücke von einer Schokoladentafel statt Petit Fours.
Ich erwartete sicher keine 16-Punkte-Küche, aber all die Dinge waren so, wie man sie in 10.000 beliebigen anderen Bistrots auch wiederfindet. Das ist eigentlich schade, denn grundsätzlich ist das Potential zu mehr da, wie man an der Jakobsmuschel und anderen Gerichten gesehen hat und vor allen Dingen von den Fähigkeiten am Abend im „großen Restaurant“ weiß.
Vielleicht muss das Team sich noch etwas finden, um den richtigen „Schwung“ zu bekommen. Angesichts mangelnder Alternativen und moderater Preise ist das Bistro trotzdem eine Empfehlung wert, aber es ginge in der Küche und beim Wein ohne großen Aufwand deutlich mehr. Ob das Lokal bei meinen zwei Besuchen dort deshalb recht leer war, weiß ich nicht. Ich hoffe aber (schon im eigenen Interesse ), dass da in den nächsten Monaten noch eine Steigerung zu sehen ist, denn Aachen braucht ein Lokal, wo man auch mittags einmal vernünftig unterhalb der Sterne essen kann.
Ich drücke dem Team jedenfalls meine Daumen, dass es klappt.Es war sicherlich nicht mein letzter Besuch dort (hoffe ich )
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.2009 um 21:28.]
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Verfasst am: 05. 11. 09 [22:57]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Ale kleiner Vorgeschmack auf meinen (imgsamt positiven) "La Becasse"-Bericht schon mal ein "Appetithäppchen" aus meiner Lieblingsreihe:
"Stille Orte unterm Sternenhimmel"

(wie immer anklicken udn dann auf FullSize)
Es müssen nicht unbedingt goldene Wasserhähne sein, um aufzufallen
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.11.2009 um 22:58.]
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Verfasst am: 06. 11. 09 [10:02]
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schnecke
Dabei seit: 01.01.2007
Beiträge: 162
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Nachdem ich nun endlich meine, leider recht übersichtlichen Notizen von unserem ersten Urlaubs mittag in Bilzen im 't Vlierhof wiedergefunden habe werde ich kurz berichten.
Es handelt sich um ein Bib Gourmand Haus kurz hinter der niederländischen Grenze in Belgien.Schwerpunkt sind alte Gemüse und Obstsorten. Freundlichen Empfang durch die Dame des Hauses, die alleine im Service war, diesen aber sehr freundlich und gekonnt durchführte. Angenehmes modernes zeitloses Ambiente. Nach kurzer Besprechung Wahl des dreigängigen Mittagsmenüs.
Als Amuse geule gebratene Scampi auf Tomatensauce mit Blüten und Krustentierbisque - ich erinnere mich das ich die Bisque in Qualität und Geschmack sehr überzeugend fand.
1.Gang Wildkräutersalat mit gebratener Taube
Die Taube war auf den Punkt leicht rosa , die Himbeervinaigrette sehr gut zum Salat
2.Gang Rotbarbe, Mangold und asiatische Pilze das ganze mit einem dezenten Currygeschmack. Und Top sagt der Zettel.
Insgesamt eine empfehlenswerte Adresse, die wie es mir schien bewußt keine Sterne ambitionen hat. Aber sehr durchdacht abgestimmte Gerichte mit regionalem Bezug.
[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 06.11.2009 um 10:04.]
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Verfasst am: 09. 11. 09 [12:33]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Vlierhof ist wirklich ein empfehlenswerte preiswerte Adresse ... leider nicht ganz zentral gelegen.
Auch von mir noch eien Anmerkung zum Nicht-Sterne-Bereich, der ja imemr wieder angesprochen wird:
In dem von mir schon mehrfach erwähnten belgischen Restaurant bei Raeren konnte ich mich schon seit einigen Wochen an leckeren Wildschwein, Reh- und Hirschgerichten in bester Qualität erfreuen. Am Wochende war ich mal wieder da und es gab eine wirklich tolle Martinsgans.Wer also Lust hat, bodenständige Küche mit guten Produkten (ohne viel Schnickschnack) zu essen und sich dabei nicht von einem 80er-Jahre-Charm abschrecken lässt, dem sei dieses Lokal ans Herz gelegt.
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Verfasst am: 10. 11. 09 [01:39]
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nrwgourmet
Dabei seit: 28.10.2008
Beiträge: 16
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@Dr.Kimble
freue mich auf ihre berichte vom becasse und besonders vom Charlemagnebin gespannt ob es ihnen dort genau so geschmeckt hat wie mir.
Zu ihrem Bericht vom Petit Charlemagne kann ich nur sagen das mir die fehlenden Amuse und die Schokoladen Täfelchen dort nicht stören da ich es ihn einem Bistro nicht erwarte fast schon garnicht möchte.
Ich habe dort bis jetzt immer sehr gut gegessen und das zu sehr fair kalkulierten Preisen und es war auch immer voll wen ich dort war .
Es tuht mir leid für sie wen es ihnen nicht gefallen hat aber versuchen sie es einfach noch mal.
Ich werde es sobald ich wieder ihn Aachen bin und die Zeit es zu lässt noch einmal Besuchen und berichten .
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Verfasst am: 20. 11. 09 [04:24]
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Dr.Kimble
Dabei seit: 21.05.2007
Beiträge: 1257
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Um endlich einmal meine Notizstapel zu verkleinern, hier auch der Bericht zum „La Becasse“ in Aachen (* / 17 GM)
Wie schon oft beschrieben ist die Auswahl an Sternerestaurants in Aachen ja recht bescheiden, auch wenn es im Umfeld ein riesiges Angebot gibt. Das La Becasse ist die einzige Möglichkeit, in der Städteregion Aachen mittags sternemäßig essen zu gehen und damit im Grunde alternativenlos. Selbst die für 2010 neu besternte „Feuerwache“ in Würselen hat mittags nur eine eingeschränkte Küche zu bieten. Demzufolge ist das Becasse auch an Wochentagen gut besucht, wobei der Altersschnitt der Gäste mittags deutlich jenseits des Rentenalters liegt und abends oft die "Bussi-Gesellschaft" regiert.
Der Patron und Küchenchef führt das La Becasse seit über 20 Jahren, so dass ein routinierter Umgang mit Gästen und Küche kein Thema ist. Der Service ist nach einigen Wechseln teilweise noch etwas unerfahrener aber recht engagiert, so dass er sich im *-Bereich durchaus positiv abhebt. Auch die Weinberatung ist kompetent und preisbewusst, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Dazu eine Weinkarte, die für den *-Bereich recht ordentlich ist. Beim Nachschenken des Weines gibt es zwar manchmal Timingprobleme, aber die kenne ich auch von vielen anderen Restaurants in dieser Kategorie. Als witzig empfinde ich bis heute den Platzteller mit Papierdeckchen, der während des ganzen Essens als „Untersetzer“ auf dem Tisch verblieb. Alles in Allem trotzdem eine recht solide Serviceleistung.
Das Interieur ist für Aachen passend und auf seine Art auch ganz witzig (die Toilette wurde ja bereits erwähnt).

Mein letzter Besuch dort startete mit dem Hausappertif, der allerdings optisch und geschmacklich eher Erinnerungen an die 80er weckte (ebenso wie Radieschen zum recht trockenen Brot).

Da *-Restaurant aber meist recht unterschiedliche Qualitäten von Gängen und Details haben, nahm ich dies gelassen und wartete auf das Amuse. Kurze Zeit später kam dann auch schon ein „Zucchinicarpaccio mit Krabben und Frühlingszwiebeln“, das durchaus überzeugen konnte. Insgesamt etwas säuerlich aber doch recht harmonisch. Etwas ärgerlich empfand ich nur die Qualität des Balsamico, denn hier hätte ein schöner alter Aceto viel bewirkt, aber vielleicht ist das finanziell im *-Bereich nicht darzustellen.

Weiter ging es mit Hummer als ersten Gang. Dieser war perfekt gegart und qualitativ auch auf **-Niveau. Leider war dies auch schon alles Positive, was man zu diesem Gang sagen konnte. Der Hummer war noch gerade lauwarm, das Gemüse kalt. Beides zweifelsohne gut, aber angesichts der (vermutlich sogar beabsichtigten) Temperierung doch etwas eigenartig. Ergänzt wurde dies vom Fremdkörper Gänseleber, die so gar keinen geschmacklichen (und auch optischen) Zusammenhang zum Rest des Gerichtes erkennen ließ. Geschmacklich für sich in Ordnung, aber vollkommen zusammenhanglos. Hier hätte man in der Konsequenz auch noch Kaviar, Trüffel und eine Auster hinzufügen können, um ein Edelgericht zu suggerieren. Noch abstruser war der dazu gereichte Feldsalat mit Radicchio und einer extrem säuerlichen Vinaigrette. Diese Gesamtzustellung machte irgendwie überhaupt gar keinen Sinn und ließ mich etwas ratlos zurück.

Nun folgte als zweiter Gang ein getrüffelter Steinbutt mit Spinat, den man angesichts des unglaublichen Trüffelduftes schon roch, bevor man ihn sehen konnte. Leider entsprach diese Verheißung des Trüffels nicht ganz dessen Geschmack. Dafür war der Steinbutt qualitativ locker auf **-Niveau und begeisternd. Letzteres wäre auch die tolle Trüffelvinaigrette gewesen, wenn sie nicht deutlich zu salzig gewesen wäre. Aber das hat in Aachen ja schon gute Tradition. Trotzdem insgesamt ein guter *-Gang, der leider das Potential zum **-Gang verspielte.

Als nächstes folgte ein Sorbet mit Wodka. Ebenso wie das Salz scheint dieses zu den Aachener Einrichtungen zu gehören, denen man in keinem Lokal ausweichen kann. Nicht schlecht gemacht, aber durchaus verzichtbar. Trotzdem als Zwischengang erfrischend.

Weiter ging es mit dem Hauptgang, Thunfisch mit Risotto. Es war zwar kein Blue Fin Thuna aber trotzdem ein wirklich toll zubereiteter Thunfisch, den man durchaus im **-Bereich ansiedeln kann. Die leichte Säure, verbunden mit Süße und einem leicht rauchigen Geschmack harmonierten perfekt. Ebenso war die Produktqualität und Garung (leicht außen angebraten) perfekt. Das recht scharfe Risotto harmonierte leider eher weniger damit. Gleiches galt für die Meerrettich-Späne, die als Schaum vermutlich deutlich angenehmer gewesen wären. Dagegen fügten sich Espuma und Lauchzwiebeln ebenso wie der Kalbsfond hervorragend in dieses Gericht ein, so dass es insgesamt doch recht überzeugend war. Die Idee war zweifelsohne hervorragend und zeigte das Potential der Küche. Mit etwas Detailarbeit war dies ganz klar ein **-Gericht.

Die nun folgende Käseauswahl war für ein *-Restaurant recht groß und auch die Beratung überzeugend. Die Qualität war zwar nicht überragend aber durchaus angemessen für ein *-Restaurant. Erfreulicherweise gab es auch Sirup zum Käse, der recht gut harmonierte.

Zum Dessert gab es dann etwas richtig Klassisches in Form eines Gratin und Vanilleeis mit Himbeeren. Das war zwar nicht innovativ aber geschmacklich zum Niederknieen. Einfach perfekt und lecker auf besten **-Niveau.

Die Petit Fours zum Espresso waren leider weniger überzeugend, das es sich schlichtweg um fertige Schokoladenware handelte. Aber auch das scheint ja in Aachen einen gewissen Konsens zu haben.

Was bleibt als Fazit ?
Will man in Aachen mittags essen gehen, ist das La Becasse zweifelsohne die beste Adresse. Aber selbst abends würde ich es derzeit (knapp) als No1 in der Städteregion Aachen sehen. Die gebotene Leistung war (mit allen Schwankungen) eine *-Küche auf 15-16 Punkte-Niveau. Allerdings bietet die Küche durchaus das *+ . bzw. 17-Punkte Potential. Leider ist das durch fehlende Liebe zum Detail nicht realisiert, angesichts der Erfahrung des Patron halte ich es jedoch für jederzeit möglich. Das Problem sehe ich da eher im Publikum, das vermutlich die Prioritäten nicht ausschließlich in der Küche setzt. Letztendlich ist ein Koch auch immer nur so gut, wie es seine Gäste zulassen und fordern.
Angesichts des recht guten PL-Verhältnisses ist das "La Becasse" für mich in dieser Region (trotz aller Detailkritik) ein klare Empfehlung.
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.2009 um 04:33.]
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