Weiterentwicklung
Das Noma kehrt nach Kopenhagen zurück
LOS ANGELES. Das dänische Spitzenrestaurant Noma hat weitreichende Veränderungen für seine Rückkehr nach Kopenhagen im kommenden August angekündigt. Das frühere Drei-Sterne-Restaurant verabschiedet sich nach einem mehrmonatigen Pop-up in Los Angeles von seinem bisherigen saisonalen Rhythmus und stellt ein komplett neues Führungsteam sowie ein stark modifiziertes kulinarisches Konzept vor.
Neustart in Kopenhagen mit veränderten Strukturen
Nach dem Abschluss des Gastspiels in Kalifornien wird das Noma im August wieder in der dänischen Hauptstadt öffnen. Die Rückkehr markiert laut einer Mitteilung des Hauses den Beginn eines neuen Kapitels, das von tiefgreifenden personellen und strukturellen Veränderungen geprägt ist. René Redzepi zieht sich weiter aus der operativen Leitung zurück und übergibt die Verantwortung an eine neue Generation von Führungskräften innerhalb des eigenen Teams.
- Annika de las Heras übernimmt die Position des Chief Executive Officer (CEO).
- Pablo Soto agiert künftig als Executive Head Chef der Küche.
- Mette Brink Søberg zeichnet als Head of Research & Development (R&D) verantwortlich.
Konzeptwechsel: „Twelve Seasons of Noma“
Bislang war das kulinarische Jahr des Noma strikt in drei große Saisons unterteilt (wie Seafood- oder Wild- und Wald-Saison). Dieses System wird durch das neue Format „Twelve Seasons of Noma“ abgelöst. Das Menü soll künftig monatlich wechseln, um flexibler und unmittelbarer auf saisonale Erzeugnisse, Landschaften und kreative Impulse reagieren zu können. Das Restaurant soll sich damit stärker zu einer Plattform für kulinarische Forschung, Exploration und Kreativität entwickeln.
Das Team um Redzepi deutete an, dass die strategische Neuausrichtung auch eine Reaktion auf die „echten Herausforderungen“ der vergangenen Monate sei, welche zu einer intensiven Reflexion über die zukünftige Ausrichtung des wegweisenden Betriebs geführt haben. René Redzepi selbst erklärte darüber hinaus in einem Instagram-Video, das er sich mit einem kleinen Team langfristig um die Entwicklung von Elementen für die Küche des Noma kümmern wolle.
Die personellen und strukturellen Veränderungen folgen auf eine Phase intensiver öffentlicher Debatten um die Arbeitsbedingungen im Noma. Erst vor wenigen Monaten führten die schweren Vorwürfe ehemaliger Mitarbeitender, die im Zuge einer Medienrecherche laut wurden zum Rückzug von René Redzepi aus dem operativen Geschäft . Die Anschuldigungen, die vor allem das Führungsverhalten in den Jahren 2009 bis 2017 betrafen, reichten von verbalen Demütigungen bis hin zu physischen Übergriffen. René Redzepi hatte daraufhin öffentlich Verantwortung übernommen, sich für vergangenes Fehlverhalten entschuldigt.
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