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Theo Jost, Chef der Ochsen Post in Tiefenbronn

News allgemein

Ein Mann mit Prinzipien

Foto: AHGZ on-line

Seit 1976 ist Theo Jost Chef der Ochsen Post in Tiefenbronn nahe Pforzheim. Das Anwesen der Familie – eine ehemalige Thurn- und Taxis’sche Posthalterei – zeigt, wie ernst es dem gelernten Koch mit der Gastlichkeit ist. Und das sogar unter der Erde.

„Kommen Sie, wir machen erstmal einen Rundgang“, lädt Jost zur Besichtigung ein. Zielstrebig geht es in den alten Keller, der früher zu einem mittlerweile abgerissenen Haus gehörte. Hier widmet sich der Patron einem seiner Steckenpferde. Selbst zerlegtes Fleisch reift hier über Monate heran, eingepackt in eine dicke Hülle aus Rinderfett. Das Resultat kann sich sehen lassen und schmeckt, hat bestes Aroma. „Sogar Spitzengastronomen haben das schon bei mir bestellt“, erzählt Jost. Doch wie ist er auf die Idee gekommen und warum nimmt er den Aufwand und die Kosten in Kauf? „Ich wollte einfach kein abgepacktes, vakuumiertes Fleisch mehr beziehen“, sagt Jost.

Sein Wissen eignete sich der Patron während seiner Wanderjahre in einer Metzgerei an. Stationen waren die legendäre Fissler Post in Stuttgart-Plieningen, außerdem Häuser in Trier und der Schweiz. Im früheren Münchner Hotel Regina Palast arbeitete er als Kellner, diente sich zum Chef de Rang hoch. „Meine glücklichste Zeit“, so Jost, der auch schon mal im Nebenberuf als Antiquitätenhändler arbeitete und außerdem Hobbymaler ist. „Einmal hat mir ein Gast für ein Bild 8000 Mark geboten“, sagt Jost. „Doch ich hab’s ihm nicht verkauft, das wäre unseriös gewesen.“

Ganz ernst ist ihm indessen das Thema Ernährung: Brot vom Bäcker ist ihm nicht gut genug, deshalb baut er gerade ein Backhaus, wo fortan selbst gebacken wird. Kindergarten- und Schulkinder bekämen viel zu oft Kantinenessen serviert. Deshalb startete er sein Kater-Fridolin-Projekt. Es umfasst Rezepte für jeden Tag, Tipps sowie ein patentiertes Gesundheits- und Ernährungsspiel für Kinder, das ab kommendem Herbst online im Netz gespielt werden kann.

Überhaupt ist das Internet eine Paradedisziplin des 62-Jährigen: Seine Homepage, auf die er beim Vertrieb setzt, ist technisch ausgeklügelt. Zudem hat Jost eigene Apps für alle gängigen Handysysteme entwickeln lassen.

Dreh- und Angelpunkt ist für Jost aber die Ochsen Post mit dem gleichnamigen Gourmetrestaurant, dem Hauptrestaurant Bauernstube, Gartenrestaurant und Saal sowie dem Hotel mit 14 Doppelzimmern und drei Suiten. Hier wird ständig gefeilt und investiert. „Wir planen weitere elf Zimmer und Suiten, außerdem einen Wellnessbereich und gegenüber – auf der anderen Straßenseite – ein Boardinghaus“, so Jost, der stolz darauf ist, dass sein Haus schuldenfrei ist.

Dennoch: Auch Jost bemerkt die neuen Konsumgewohnheiten: „Es werden weniger Menüs bestellt, auch beim Wein halten sich viele zurück – und daheim Kochen ist sowieso wieder in.“ Doch mit Bib Gourmand im Rücken kann sich Jost „auf Leute aus ganz Deutschland verlassen, die gern gut essen. Wir wollen aber kein Feinschmeckertempel sein. Am liebsten würde ich künftig auf Steinbutt verzichten, stattdessen nur noch regionale Sachen servieren“, sagt Jost.

Unverzichtbar ist für Jost indessen der Rückhalt durch die Familie. „Ohne meine Frau Dorothea ginge das nicht“, gesteht Jost. Und auch Sohn Peter, der im Bayerischen Hof in München seine Kochlehre machte, ist eine feste Bank im Betrieb, den er irgendwann übernehmen soll.

Einzig das Thema Mitarbeiter macht Jost Sorgen. Er vermisst bei vielen das nötige Engagement, den Willen sich voll reinzuhängen und dazuzulernen. Und das Personal werde sowieso knapp. Seine Ideen: „Leute, die was schaffen wollen, anzulernen und für Basisaufgaben fit zu machen“ – quasi eine Weiterbildung, vorbei an der klassischen Lehre. Doch alle Vorstöße bei IHKs und Ämtern waren bislang erfolglos. Wer Theo Jost kennt, weiß aber, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Quelle: AHGZ on-line

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