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Hotel des Monats - Louis C. Jacob

Nur mit der Pferdedroschke wäre die schönste und längste Hotelauffahrt der Welt romantischer gewesen. Der Besucherin gefiel es ausnehmend gut im Bus von Altona die vornehme Elbchaussee entlang bis Nienstedten. Näher hätte kein Kutscher halten können. Die Weltstadt Hamburg öffnet sich in einem reizenden Hotel-Ensemble aus dem 18. Jahrhundert, sorgfältig und luxuriös restauriert, dem Louis C. Jacob, einem Fünfsternehotel mit spannender über 200jähriger Geschichte. Die Gunst von ein paar reizenden Witwen spielt im Wirrwarr der Zeiten und Kriege eine wesentliche Rolle. Die erste Witwe ist die eines Zuckerbäckers. Margaretha Catharina Burmester erwarb das Grundstück 1765. Ihren Sohn Nicolaus Paridom Burmester, Zuckerbäcker und leidenschaftlicher Pyrotechniker, zerriss es 1790 beim begeisterten Kanonenabfeuern. Ein ungewöhnliches Hobby, um ein- und ausfahrende Schiffe zu begrüßen. Sodass seine durch die Trauer noch hübschere Witwe Elisabeth mit ihren sechs unmündigen Kindern wieder schnell in den Hafen der Ehe einlief und den aus der französischen Revolution geflohenen Franzosen Daniel Louis Jacques freite. Es wird gemunkelt, dass sie ihm noch in der Hochzeitsnacht am 16. März 1791 ihr Anwesen verkaufte, für 3000 Goldmark. Formidable Gütertrennung. Denn jetzt, mit eingedeutschtem Namen, konnte er schalten und bereits -vive la hopp- ab 1. April 1791 ein Restaurant verwalten. Rekordverdächtig im gleichen Jahr legte er als gelernter Landschaftsgärtner die berühmte Lindenterrasse an. Eine dritte Witwe, die berühmte Madame Cliquot-Ponsardin, tritt mit dem Landsmann in genussreiche Geschäftsbeziehung, der Champagner fließt seither direkt aus der Kellerei der Witwe in den historischen Eiskeller des Hauses. Eine Eisenbahnlinie vereinfachte den Zutritt zum sehenswürdigen Jacob, um 1860 hatte sich die Bezeichnung ?Hotel? eingebürgert, aber erst der Enkel des Gründers Louis Carl Jacob baute aus. Alles was Rang und Namen hatte ? wie auch heute - fand sich dort ein, so Max Liebermann, der die Lindenterrasse malte. Die Kunst zog zur Kulinarik, in jedem der 85 erlesenen Zimmer und Suiten hängen heute Kunstwerke, vornehmlich von Künstlern aus dem norddeutschen Raum. Und damit beenden wir die pikanten Details über Wirren, Wirbel und Besitzerwechsel, den zeitgenössischen Teil der Augen- und Gaumenweide müssen Sie erleben. Ein alter Hamburger Freund, der Satiriker Hans Scheibner schwärmt: Das ?Jacob? ist sozusagen Hamburgs bester Balkon an der Elbe, ein Schmuckstück, ?Jacob? ist einfach eine goldene Visitenkarte Hamburgs, nicht nur wegen der Küche, auch wegen der Lage. Recht hat er! Seit 1997 ein Hotel für Menschen, die kein Hotel mögen, die sich einklinken in hanseatische Lebensmaxime. Voll privatem Charme, individuell, vornehm. Die kleine zweistöckige Kaufmannsvilla mit ihrer überraschenden Weite innen, herrschaftlichen Zimmern und Bädern, einer großzügigen Wohnhalle mit Kamin, einer Bibliothek, mit den Nebengebäuden, das ?Kleine Jacob? als uriges bestsortiertes Weinlokal, ein Traumambiente. Auf der Lindenterrasse fühlt man sich leicht wie ein Flügelschlag aus Liebermanns Impression. Im Gourmetlokal geben die hohen Flügeltüren den Blick ungetrübt frei auf die Elbe, auf große Pötte, rüber zum Quartier von Airbus, regelmäßig auf den Star unter den Luxuslinern, Queen Mary II. Der Duft der weiten Welt weht in die buddenbrookische Intimität. Der Sternekoch Thomas Martin holt seit 12 Jahren alle an den Tisch - manche nach Begehr exklusiv an den in der Küche-, ob zum Business-Menu léger, begleitet von grünen Tees, ob zum Menu vert (Himbeere ? Honig-Vinaigrette und andere vegetarische Feinheiten) oder zu den Überraschungsköstlichkeiten: Atlantikhummer mit Wassermelone, bretonische ?Jacobsmuschel? auf Bulgur, sehr deliziös, geschmortes Ochsenbäckchen und Zitronenpolenta. Der Genuss lebt ungeschmälert beim Schreiben auf. Aus einer Gastronomenfamilie stammend, die Kochlehre zunächst observierend durchkochend, zündete es während seiner Zeit bei Lothar Eiermann, verdichtete sich bei Witzigmann, verfeinerte sich bei Dieter L. Kaufmann. Täglich fordert ihn der Kampf auf dem Teller, und er siegt mit 18 Gault Millau-Punkten, Löffeln, Kochmützen, einem Michelinstern. Gestützt von einer 40köpfigen engagierten Crew und bereichert durch seine Familie, seine rekreativen Hobbys wie lesen, Musik hören, Rad fahren Einen anderen großen Mann holte sich die Eignerfamilie Rahe mit ihrem Geschäftsführer und Hausherrn, Jost Deitmar, 1997 ins Haus. Er erspielt mit seinem motivierten Team weitere Trophäen: Hotel-Manager des Jahres, Hotelier und Gastgeber des Jahres. Eine hübsche Ergänzung zu all den Superlativen bietet die Aufnahme in die weltweite Allianz der Leading Small Hotels of the World. Eines von nur zehn in Deutschland. Eines, das man erleben muss.
Überlassen wir Hans Scheibner das Schlusswort und genießen: Bei ?Jacob? werden die vornehm-steifen Hamburger vor lauter Vornehmheit wieder locker, bei ?Jacob? isst man nicht, man diniert, wer als Hamburger noch nicht im ?Jacob? war, gehört entweder nicht zur besseren Gesellschaft oder er kann es sich schon wieder leisten, nicht dort gewesen zu sein. Die können es sich sogar leisten, einen bekannten Hamburger Satiriker einzuladen - und der vergisst seinen Klassenkampf und fühlt sich geehrt. Autorin: Margret Buchner Kontakt Hotel Louis C. Jacob Elbchaussee 401-403 22609 Hamburg Telefon: (+ 49) 040 / 822 55 - 0 Telefax: (+ 49) 040 / 822 55 - 444 jacob@hotel-jacob.de www.hotel-jacob.de
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