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Interview

Sarah Wiener: "Ich habe der Politik nichts vorzuwerfen"

Berlin

Äußerungen nach der Insolvenz zweier ihrer Firmen

HAMBURG. Fernseh-Köchin Sarah Wiener hat sich in einem ersten ausführlichen Gespräch über die Insolvenz zweier Ihrer Firmen geäußert. "Ich kann nur immer mehr Schulden machen, wenn ich die irgendwann abzahlen kann", sagte die Unternehmerin dem stern, "wenn wir uns alle ehrlich fragen: War es das mit Corona? Dann ist die Antwort doch: Nein, wir stecken mittendrin, ein Ende ist nicht abzusehen." Wiener hatte in der vergangenen Woche für die Restaurants und die Catering-Abteilung ihrer Firmengruppe Insolvenz angemeldet und dies mit den coronabedingten Umsatzrückgängen begründet. Alles andere als eine Insolvenz wäre ihr zufolge fahrlässig gewesen. Immer höhere Kredite führten am Ende ins Desaster: "So räume ich lieber aufrecht das Feld."

Anders als andere Gastronomen übte Wiener keine Kritik an den staatlichen Restriktionen für ihre Branche. "Ich habe der Politik insgesamt mit Blick auf Corona nichts vorzuwerfen." Die Regierungen versuchten, den geringstmöglichen Schaden für alle zu erreichen: "Wenn Sie mich fragen: Hätte es besser keine Einschränkungen geben sollen, damit Gastronomen Geschäft machen können, aber riskiert wird, dass mehr Menschen erkranken und vielleicht sterben? Dann ist meine Antwort: Nein!" Die Entscheidungen seien dem Ernst der Lage vollkommen angemessen gewesen. Vor die Wahl gestellt, "Knete oder Gesundheit", dann nehme sie immer die Gesundheit." Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem Wirtschaft nicht alles ist", sagte die Unternehmerin.

Nach der Bekanntgabe der Insolvenzen hat Wiener überwiegend freundliche Reaktionen erhalten: "Ich erfahre viel Trost, Empathie und viel Liebe." Sie selbst habe sich nach der Entscheidung einen Riesentopf Spaghettini gekocht mit Kapern, selbst gemachter Tomatensauce, Chili und frischen Kräutern: "Das geht immer!" Alkohol dagegen sei "keine gute Lösung".

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