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Reise ins Land der guten Sitten - ein Urlaubsknigge für Frankreich



Viele Touristen halten Frankreich für die unhöflichste Nation weltweit. Dies mag mit dem Stolz der Franzosen auf ihr Land und ihre Sprache zusammenhängen. Allen Touristen sei jedoch gesagt, dass es die Franzosen durchaus zu würdigen wissen, wenn Urlauber sich mit ihren landesspezifischen Eigenheiten beschäftigen. Sich für ein anderes Land und dessen Kultur und Sitten zu interessieren, zeugt auch immer von Respekt. Wer vor dem Frankreich-Urlaub also den Urlaubs-Knigge studiert, weiß, worauf er bei der Begrüßung, beim Restaurantbesuch oder am Strand zu achten hat und wird somit sicher herzlich im schönen Nachbarland aufgenommen und einen unvergesslichen Urlaub voller kulinarischer Köstlichkeiten und joie de vivre erleben.

Frankreich schafft es in diesem Ranking auf Platz Eins (Quelle: Statista)

·         Die französische Sprache

Die Franzosen besitzen sehr viel Nationalstolz und vor allem ihre Sprache liegt ihnen am Herzen. Aufgrund der zahlreichen Kolonien wird Französisch noch heute in vielen Teilen der Erde gesprochen. Daran mag es vielleicht liegen, dass der Franzose es nicht besonders schätzt, wenn Touristen ihn wie selbstverständlich auf Englisch ansprechen. Urlauber sollten also, bevor sie nach Frankreich reisen, zumindest die wichtigsten Vokabeln lernen. Etwa die Begrüßung, die Frage nach dem Weg oder die Bestellung im Restaurant. Wer sich all das nur schwer merken kann, sollte wenigsten einen Satz verinnerlichen: "Excusez-moi, je ne parle pas Francais, est-ce que vous parlez Anglais?". Übersetzt bedeutet das „Entschuldigen Sie, ich spreche kein Französisch, sprechen Sie Englisch?“.

Vorsicht ist auch bei eingedeutschten französischen Wörtern geboten. Während Klavier auf Französisch schlicht „Piano“ heißt, kann es beim Wort „baiser“, welches hierzulande für ein Zuckergebäck steht, schnell zu peinlichen Zwischenfällen kommen, denn baiser bedeutet in Frankreich im besten Fall „küssen“, in der Regel beschreibt es jedoch den Geschlechtsverkehr auf recht derbe Weise.

·         Die Begrüßung

„Salut“ nur unter Freunden!

Kommen wir zum nächsten Punkt – die Begrüßung auf Französisch. Der Wangenkuss ist typisch für die Franzosen, gilt jedoch nur für Freunde und Bekannte. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um inbrünstige Knutscher, sondern eher um dahingehauchte Luftküsse in Richtung Wange so der Beitrag „Begrüßungen in verschiedenen Ländern“. Die Anzahl der Küsse kann, je nach Region, variieren. Von einem bis vier Küssen ist also alles vertreten. Ebenfalls nicht klar festgelegt, ist die Seite, auf welcher mit dem ersten Kuss begonnen wird. Meist jedoch handelt es sich um zwei Küsse und es wird auf der rechten Seite begonnen. Wer sich daran hält, kann im Freundes- und Bekanntenkreis wenig falsch machen. Fremde hingegen, vor allem im geschäftlichen Sektor, werden mit einem Händedruck begrüßt. Dabei darf nie der Augenkontakt vergessen werden, denn dies gilt als unhöflich. „Guten Tag“ heißt auf Französisch „Bonjour“ und im formellen Rahmen wird an das Bonjour stets noch ein „Madame“ oder „Monsieur“ gehängt, während ein einfaches „Bonjour“ schon als unhöflich gelten kann. „Bonsoir“ bedeutet „Guten Abend“. Unter Freunden ist ein lockeres „Salut“ Gang und Gäbe. Übrigens, fremde Menschen, wie Keller oder Verkäufer, bei der ersten Begegnung breit anzulächeln, ist ebenfalls nicht ratsam. Dies gilt als amerikanisches Verhalten und ist somit äußerst unelegant.

·         Der Restaurantbesuch und der Aufenthalt im Café

Besonders viele Fettnäpfchen lauern auf Touristen, die in Frankreich ein Restaurant oder ein Café besuchen. Beim Betreten des französischen Restaurants wird nicht einfach auf eigene Faust ein Tisch gesucht. Vielmehr warten die Gäste am Eingang, um dem Kellern dann mitzuteilen, wie viele Personen einen Tisch benötigen. Dieser teilt den Gästen einen passenden Tisch zu.

Zuerst gibt es ein Aperitif und während dieses in Ruhe genossen wird, wählen die Gäste die Speisen aus. Niemals sollte nach dem Kellner gerufen werden. Ein dezentes Zeichen genügt. Bestellt werden direkt alle Gänge bis auf den Nachtisch. Diese Bestellung erfolgt erst nach dem Essen. Für gewöhnlich trinkt der Franzose zum Schluss noch einen Kaffee. Auch in Bezug auf die typischen Essenzeiten gibt es einiges zu beachten. Der französische Arbeitstag beginnt in der Regel später als der deutsche. Entsprechend spät wird auch das Frühstück eingenommen, welches recht knapp ausfällt. Das Mittagessen hingegen darf üppig sein und findet meist zwischen 12:30 und 14:00 statt. Zu Abend essen die Franzosen selten vor 19:00, eher 20:00 Uhr. Für das Essen und vor allem die Tischgespräche nehmen sich die Franzosen sehr viel Zeit, entsprechend sollten dies auch Touristen tun, vor allem dann, wenn sie mit Franzosen zusammen speisen. Hektik passt einfach nicht zum französischen Lebensstil.

Nun zum wichtigsten Punkt: Die Tischmanieren. Frankreich ist wohl dasjenige Land, in welchem die strengsten Tischsitten herrschen. Es darf weder geschlürft, noch geschmatzt werden. Zu große Salatblätter werden mit dem Besteck gefaltet und sowohl Pommes und Brathähnchen als auch Obst werden ausschließlich mit Messer und Gabel gegessen. Weiterhin wird das Essen nicht durch Pusten abgekühlt, es werden keine Brotscheiben genutzt, um Soßenreste aufzusaugen und der Suppenteller wird nie angehoben, um besser an die letzten Reste in der Schüssel zu kommen. Franzosen halten zudem nicht viel von der deutschen Angewohnheit, stets alles aufzuessen, was sich auf dem Teller befindet. Manierlicher ist es in französischen Restaurants, stets einen kleinen Anstandsrest übrigzulassen. Ebenfalls ein No-go und sogar eine Beleidigung des Koches: das Essen nachzuwürzen, bevor es überhaupt probiert wurde. Der dritte Gang ist in Frankreich meist die Käseplatte. Hier werden zwei bis drei Stück Käse probiert, indem sie mit dem beigelegten Käsemesser abgeschnitten werden. Niemals darf der Käse an der Spitze angeschnitten werden.

Die Käseplatte wird in den meisten französischen Restaurants serviert

Im Anschluss an das Menü sollte zudem die Serviette nicht wieder zusammengefaltet werden. Ebenfalls unüblich ist es, die Rechnung getrennt zu zahlen. Die Rechnung kommt stets für den gesamten Tisch und die Gäste können dann, wenn sie mögen, ihren Anteil selbst berechnen. Das Trinkgeld beträgt üblicherweise zehn Prozent und wird nicht einfach draufgeschlagen, sondern diskret auf dem Tisch hinterlassen.

Dass die Franzosen gerne Wein trinken, ist hinlänglich bekannt. Auch zum Mittagessen ist es in Ordnung, sich ein oder zwei Gläser zu genehmigen. Ungern jedoch gesehen wird, wenn jemand einen über den Durst trinkt, egal, zu welcher Tageszeit. Der Genuss steht im Vordergrund und nicht der Rausch. Zugeprostet werden, darf sich, das Anstoßen hingegen ist unschicklich. Wer rauchen möchte, darf dies in Gaststätten nur in der abgetrennten Raucherbereichen tun. In allen öffentlichen Gebäuden hingegen ist das Rauchen verboten. Auch Zigarettenautomaten, wie in Deutschland, gibt es in Frankreich nicht.

Das französische Café ist anders als das deutsche. Dort gibt es zwar Kaffee und auch alle möglichen anderen Getränke, Kuchen, Torten oder anderes Gebäck wird dort jedoch üblicherweise nicht gereicht. In manchen Cafés werden aber Sandwiches oder andere herzhafte Kleinigkeiten angeboten. Wer zu seinem Kaffee einen Kuchen möchte, sucht den Salon de Thé auf, welcher häufig an eine Bäckerei angeschlossen ist. Im Cafe´treffen ganz verschiedene Altersgruppen und Personen aller Schichten aufeinander und es wird sich rege ausgetauscht. Zu dem Getränk gibt es stets direkt die Rechnung, diese muss aber nicht direkt bezahlt werden. Es ist vollkommen in Ordnung, den abgezählten Betrag auf dem Tisch zu hinterlegen, bevor das Café verlassen wird.

·         Die private Einladung

Von einem Franzosen eine private Einladung nach Hause zu erhalten, ist eine große Ehre und kommt nicht allzu oft vor. Dementsprechend ist es sehr unhöflich, diese abzulehnen. Üblicherweise wird ein kleines Gastgeschenk, etwa ein Strauß Blumen oder Pralinen mitgebracht. Die Blumen nie auspacken, da die Verpackung Teil der Präsentation ist. Weiterhin ist es unüblich in Frankreich rote oder gelbe Blumen zu verschenken. Im Idealfall werden die Blumen der Gastgeberin bereits am Morgen der Einladung geschickt, sie können aber auch mitgebracht werden. Wirkliche Tabuthemen, über die nicht gesprochen werden darf, gibt es in Frankreich eigentlich nicht. Wohl aber vertreten die Franzosen in puncto Atomenergie eine andere Einstellung als die meisten Deutschen. Des Weiteren ist das ökologische Bewusstsein in Frankreich noch nicht so stark ausgeprägt. Umweltschutz und Bio-Produkte sind zwar gerade im Kommen, die Franzosen lassen sich zu diesen Themen jedoch ungern belehren.

·         Der Kleidungsstil

Franzosen, aber vor allem die Pariser, legen sehr viel Wert auf ihr Erscheinungsbild. Sie mögen es dezent und halten meist Abstand von allzu grellen Farben. Die passende Kleidung zum passenden Anlass – dies ist das Credo der Franzosen. Legere Kleidung ist selbst in der Freizeit selten anzutreffen, besser ist elegant-leger oder elegant-sportlich. In gehobenen Restaurants oder zu öffentlichen Anlässen ist besonders schicke Kleidung erwünscht. Doch nicht nur die Kleidung spielt eine Rolle, auch die Haltung. Im geschäftlichen Umfeld ist es beispielsweise sehr flegelhaft, ein Bein über das andere zu schlagen oder sich zu entspannt zurückzulehnen.

·         Der Strandbesuch

Zwar ist Oben-ohne-Baden an dem meisten Stränden Frankreichs erlaubt, jedoch wird es nur dann gern gesehen, wenn die Betreffenden auch über den entsprechenden Körper verfügen. Eine schöne junge Frau darf sich also gerne ausziehen, sollte sich jedoch auch nicht zu offenherzig zeigen. Alle anderen greifen lieber auf den Badeanzug zurück. Doch es gibt auch ausgewiesene FKK-Strände, an denen das völliges Blankziehen nicht nur geduldet, sondern sogar vorgeschrieben ist, so www.suedfrankreich-netz.de. Auf Korsika hingegen kostet ein blanker Busen am Strand schnell 150 Euro Strafe.

·         Der Verkehr



Der Verkehr in Frankreich mag für deutsche Urlauber gewöhnungsbedürftig sein

Der Straßenverkehr ist in Frankreich mitunter chaotisch. Wer schon einmal um den Triumph-Bogen in Paris gefahren ist, kann das bestätigen. Nicht wundern sollten sich Touristen, welche zu Fuß unterwegs sind, zudem, wenn sie von Polizisten bei Rot über die Ampel gewunken werden. In Taxis wird übrigens stets hinten eingestiegen, nicht vorne beim Fahrer, wie in Deutschland üblich. Auch hier ist Trinkgeld üblich. Dazu kann einfach der zu zahlende Betrag etwas aufgerundet werden. Gepäckstücke müssen in Frankreich immer mit einem Adressaufkleber ausgestattet sein, sonst werden sie vor allem vom französischen Bahnpersonal gerne mal konfisziert. Zwar gibt es Klappsitze in den U-Bahnen, zur Rush-Hour gilt es jedoch als unhöflich, wenn sich jemand darauf breitmacht. Hier ist es besser zu stehen, wie alle anderen auch. Wertsachen sollten stets direkt am Körper getragen werden, da es vor allem in der Metro häufig zu Diebstählen kommt.

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