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Julia Komp: "Die beste Entscheidung meines Lebens"

Julia Komp war die jüngste Sterneköchin Deutschlands, als sie 2016 für das Schloss Loersfeld in Kerpen den Michelin-Stern erreichte. Doch 2019 verließ sie das Restaurant und ging auf eine Weltreise. „Ich möchte mehr“, sagt Julia Komp im Podcast-Interview mit Restaurant-Ranglisten.de. „Natürlich träume ich von zwei Sternen und einem eigenen Restaurant. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch nicht genug gelernt habe.“ Für einen Wechsel als Sterneköchin in ein Zwei- oder Drei-Sterne-Restaurant sei sie „zu stolz“ gewesen, daher habe sie sich auf die Weltreise begeben. Das Ziel: den originalen Geschmack zu finden. Dazu wollte Julia Komp erfahren, wie auf der Straße und bei den „Mamas und Omas zu Hause“ gekocht wird. Die "Mama-Küche" konnte sie vor allem in Marokko, Tunesien, dem Oman und Dubai gut kennenlernen, denn haben sie Leute, die sie kennenlernte, einfach zu sich nach Hause eingeladen. In den asiatischen Ländern sei das schwieriger gewesen, So habe sie auch einige Airbnb-Kochkurse mitgemacht. Außerdem machte Julia Komp auf der Weltreise Praktika in verschiedenen Sternerestaurants, war aber auch selbst als Sterneköchin Gastkoch bei Gourmet-Festivals.

In den vergangenen Monaten konnte man die Reise von Julia Komp vor allem auf ihrem Instagram-Account verfolgen. Der Weg führte sie über Nordafrika, die arabische Halbinsel bis nach Südostasien, Südkorea und Japan. Langfristig organisiert waren die Aufenthalte nicht. Die Praktika wurden ihr von Restaurant zu Restaurant vermittelt. „Das einzige, was geplant war, hat nicht funktioniert“, erzählt Julia Komp über einen geplanten Aufenthalt in China, der dann nicht zum gewünschten Zeitraum geklappt hat. Aber sie sei mit der Reise „sehr, sehr zufrieden.“ Die Praktika in den Restaurants, von denen einige auf der 50 Best-Asia-Liste stehen, habe sie sehr genossen. Dabei habe sie auch die unterschiedlichsten Küchenstile kennengelernt.

Faszination Korea, Glutamat-Enttäuschung in Vietnam

„Korea hat mich wirklich sehr fasziniert“, sagt Julia Komp. Dort wäre sie gerne länger geblieben. Besonders gefiel ihr der Stellenwert des Gemüeses dort. Kimchi, Rettiche, gepickeltes Gemüse – „alles hat unterschiedlich geschmeckt“, auf der Reise habe sie zeitweise Gemüse vermisst, erzählt sie. Durch die Reise sie ihr noch stärker bewusst geworden, wie sehr sich die einzelnen Länderküchen Asiens voneinander unterscheiden. Eine Enttäuschung sei die Küche Vietnams gewesen: „Jeder sagt, das eine mega-gute Küche ist. Aber so viel Zucker, so viel Glutamat..,“ Ein für Julia Komp trauriges Erlebnis war ein Praktikum in einer PhFo-Küche. Dort habe eine Frau gearbeitet, die seit 20 Jahren jeden Tag Pho koche. Sie habe die Suppe den einen Tag lang gekocht und dann zum Schluss eine riesige Hand Glutamat in die Suppe gegeben. „Ich war so enttäuscht“, erinnert sich Julia Komp.

Sehr angetan war Julia Komp auch von der japanischen Küche und den dortigen Produkten. Dass es in dem Land Lebensmittel von höchster Qualität gibt, ist natürlich bekannt, dennoch sei sie geflasht gewesen. „Ich habe dort eine Tomate gegessen, die hat sieben Euro gekostet und ich habe noch nie in meinem Leben so eine Tomate gegessen“. Ähnlich sei die Qualität des Fischs gewesen. „Das kann man in Deutschland niemandem erklären“. Dort habe sie vor allem mehr Respekt im Umgang mit Fischen gelernt. „Die vergöttern wirklich ihren Fisch.“ Indonesien fand Julia Komp „strange“. Obwohl die Küche sehr süß und fettig sei, sei die Statur der meisten Menschen „ganz normal“. Für sie das wirklich seltsam gewesen. Aber sie habe in Indonesien gelernt, wie man Tofu und Tempeh macht, und fermentiert. „Es war toll, das Land so zu entdecken“.

Eindrücke verarbeiten

Ihre Eindrücke der Reise will sie in ihren künftigen Küchenstil einfließen lassen. Daher habe sie auf der Reise viel aufgeschrieben und fotografiert. Sie schaue sich nun immer wieder die Bilder an, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Für ihr neues Restaurant, das im Sommer oder Herbst 2020 in Köln eröffnen soll, will sie aber eher auf die gewonnen Produktkenntnisse zurückgreifen. Um ihre handwerklichen Fähigkeiten zu erweitern, resümiert Julia Komp, hätte sie noch längere Zeit in den einzelnen Restaurants bleiben müssen, „aber ich habe viel über mich selber, die Menschen und die Produkte gelernt.“ In der Vorweihnachtszeit wird sie in einer Event-Location nahe ihrem künftigen Restaurant ein Pop-up betreiben. Was sie in der ersten Hälfe 2020 mache, wisse sie noch nicht. Aber die Entscheidung, auf Weltreise zu gehen war für Julia Komp ganz klar „die beste Entscheidung meines Lebens“.

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